Gedanken zum „Digitalen“ in der Lehre

Leider reißt die Diskussion darüber, ob denn „das Digitale“ / „die Digitalisierung“ für die Lehre wirklich Vorteile bringt nicht ab. Ein Grundproblem dabei ist, dass die Definition, was mit Digitalisierung genau gemeint sehr unscharf ist und viele Begriffe durcheinandergeworfen werden:

Nach der Flipped Classroom Convention in Berlin (siehe diesen Nachbericht) besuchte ich aufgrund des sehr unbeständigen und kalten Wetters das Museum für Kommunikation in Berlin (siehe dazu diese Fotostrecke, natürlich alles cc_by). Nachvollzogen wird, wie Menschen Informationen austauschten bzw. auf diese Zugriff nahmen und nehmen, sowie wie sie diese mitgestalten.

Digitalisierung hat in diesem Zusammenhang mehrere Effekte, wobei zu betonen ist, dass es immer um einen Mix aus digitalen sowie Zugriffen / Vorgangsweisen geht bzw. es letztlich sinnlos ständig zu versuchen krampfhaft Unterschiede sowie Abgrenzungen zwischen „analog“ und „digital“ zu finden:

  • In einer sekundenschnelle Weise ist der Zugriff auf unterschiedlichsten Informationen möglich, ebenso auf jahrhundertealte Archivbestände (Hinweis: Immer mehr Museen gehen dazu über Inhalte abrufbar zu machen, die gerade für die Lehre spannende und kostenfreie Materialien darstellen)
  • Diese Informationen sind immer intensiver in interaktiven Formaten In multi- und transmedial aufbereitet – damit werden verschiedene Sinneskanäle angesprochen und es wird ein immersiver Zugang / Umgang gefördert
  • Zu jeder gefundenen Information ist es ebenso in sehr rascher Weise möglich – u. a. durch Nutzung enthaltener Quellen, Querverweisen, Schlagwörtern, Verweise zu Erstellenden – Quellen zu suchen und zu finden, die dabei unterstützen, Inhalte zu vergleichen und bewerten
  • Darüber hinaus gibt es verschiedene Tools, die dabei unterstützen, Gefundenes zu sammeln bzw. strukturieren bzw. für andere übersichtlich und ansprechend aufzubereiten
  • Und: Es ist wesentlich einfacher & schneller, vorhandene Informationen zu kommentieren und zu bewerten
  • Ebenso schnell lassen sich Informationen zu Erstellenden gefundener Informationen finden, also ebenso ob und für welche Institutionen / Unternehmen diese tätig waren (oder sind), wer die Erstellung unterstützt bzw. finanziert hat
  • Darüber hinaus kann mit Erstellenden, Forschenden, ExpertInnen, MultiplikatorInnen auf einfache und niederschwellige Weise Kontakt aufgenommen werden (und diese Begegnungen auch in digitaler Form anderen zur Verfügung gestellt werden)
  • Ebenso wesentlich leichter und vielfältiger verfügbar sind Online-Plattformen auf denen gefundenes / erworbenes Wissen angewendet werden kann, interaktive Übungsbeispiele geboten werden sowie verschiedenste spielerischer Zugänge
  • Und nicht zuletzt sowie besonders wichtig: Es ist viel einfacher geworden, verschiedenste Inhalte zu erstellen und anderen Menschen zugänglich zu machen – auch solchen „ganz woanders“ auf dieser Welt (siehe diesen Beitrag zu „learner generated content“)

Smartphones, Tablets und Laptops / PC sind somit Lern- und Informationszugangsinstrumente. Das sind natürlich ebenso Bücher oder andere schriftliche Materialien – und wie schon erwähnt geht es um ein abwechselndes oder ebenso paralleles Nutzen von analog sowie digitalen Zugangsmöglichkeiten. Und ja natürlich bleibt dabei der unmittelbare Kontakt zu anderen Menschen wichtig und essentiell. Oder das Hands-On ausprobieren, in Sozialräume gehen, Natur erforschen usw. – begleitet, ermöglicht, unterstützt, dokumentiert wird dies durch digitale Tools. Wobei diese auch Zugänge zu „Räumen“ ermöglichen, die normalerweise nicht aufsuchbar / so unmittelbar gefahrlos erforschbar sind: Das Innenleben u. a. unseres Körpers, von Maschinen, Computerprogrammen oder auch Atomen, die Tiefen des Meers und des Weltalls, alle Regionen dieser Erde und anderer Planeten.

Und ja, dies bedeutet, dass wir ebenso lernen müssen, wie sich digitale Möglichkeiten selbstbewusst, verantwortungsvoll und sinnvoll nutzen lassen.

Recherche im Internet in Schule, Hochschule & Erwachsenenbildung

Dieser Blogpost versteht sich gleichzeitig als Webquest (Infos zum Thema). Eigene Fundstücke gerne als Kommentar!

Ausgangspunkte

  • Wo sammle ich selbst Fundstücke (z. B. Lesezeichen) und
    • Wo lassen sich Fundstücke (Links, Pdf, Textdokumente, Bilder, Namen von ExpertInnen…) für eine Gruppe, zu der ich gehöre, für die Schule online und offline sammeln? (Empfehlungen Online-Tools: Pinterest, Padlet, Edutags)
    • Mit welchen Überschriften, Kategorien, Schlagworten… wird dabei gearbeitet?
  • Wie kann ich den Wahrheitsgehalt von Informationen überprüfen bzw. unterschiedliche Sichtweisen zu einem Thema finden? (Siehe dazu diese Sammlung an Beiträgen rund um „fake news“, „Filterblase“ und „postnormal“)
  • Wie können diese Fundstücke mit Erfahrungen aus der eigenen Praxis ergänzt werden?
  • Wo und wie werden diese Informationen eingesetzt?
  • Wo und wie werde ich selber zum/zur Informations-ProduzentIn?
    • Ausgangspunkt ist auch eine Auseinandersetzung mit dem Thema Creative Commons für einen guten Umgang mit Fundstücken (Basisinfos siehe z. B. hier)

1. Schritt:

Sich selber die Frage stellen, welche Informationen für mich / uns wo und wie zur Verfügung stehenDazu gehört auch, analoge Quellen strukturiert zu nutzen ausgehend von folgenden Fragen wie:

  • Welche Informationen stehen in eigenen Archiven zur Verfügung (privat & Arbeitsstelle)
  • Wie sind umliegende Bibliotheken ausgestattet
  • Welche Informationen finden sich in Archiven der Gemeinde, des Ortes, des Stadtteils, der Region
  • Welche Institutionen haben in der Nähe ein Büro und bieten welche Informationen (z.B. in der Bibliothek, in div. Medien bzw. regelmäßigen Aussendungen) oder Angebote
  • Welche „ExpertInnen“ (mit welchen Schwerpunkten?) arbeiten dort, arbeiten oder leben in der Umgebung
  • Von diesen: Adresse, Telefon-/Faxnummer, Internet-Adresse, e-mail, Öffnungszeiten, Erreichbarkeit (örtlich und/oder zeitlich)
  • Welche Medien erscheinen wie oft vor Ort, in der Region
  • Welche Veranstaltungen werden angeboten (Seminare, Kurse, Messen, Fachtagungen usw.)

2. Schritt:

  • Fragen formulieren, auf die nach Antworten gesucht wird
  • Parallel / danach: Stichworte festhalten um Suchanfragen dann gezielter durchzuführen

Empfehlenswert zu diesem Schritt: Gemeinsames Besprechen einiger gefundener Fragen und Stichworte, darauf aufbauend: Arbeiten in Tandems / Triaden: Sind diese Fragen spezifisch genug? Welche Stichworte fallen uns noch ein?

3. Schritt:

  • Sich selbst ein Zeitlimit setzen
  • Verschiedene Kombination der Stichworte für eine allgemeine Suche einsetzen

…entweder es ergeben sich hier schon konkrete Ergebnisse oder gefunden werden z. B. Datenbanken, Archive, WebSiten von Institutionen, Literaturverzeichnisse usw.

  • Innerhalb dieser wieder mit den Stichworten suchen
  • Fragen direkt an gefundene Personen richten
  • Mit Namen von gefundenen Personen oder Überschriften oder Stichworten neue Suchanfragen austesten

Es ist also ein Wechsel zwischen sehr „weit gefasster“ Suche und dann z. B. Suche innerhalb eines spezifischen Dokuments. Sinnvoll ist sich selbst Notizen über die Sucherfahrungen zu machen und diese mit KollegInnen zu teilen bzw. gemeinsam weiter zu entwickeln.

Im Rahmen des 3.Schritts: Ergebnisse auch ausdrucken, auseinanderschneiden, neu zusammenfügen, mit Farben ergänzen, in Teamräumen verfügbar machen. Diese Ergebnisse wieder digitalisieren.

Im Zuge der Schritte kann sich auch eine Sammlung „besonders beliebter Online-Fundstellen“ ergeben.

Social Media in der (Hoch)Schule

Einige kommentierte Links:

Allgemein

Twitter

Facbook

Arbeiten mit Zeitleiste / Zeitstrahl

Alles was sichtbar wird, wird veränderbar! So ein Satz, mit dem sich wesentliche Aussagen etwa von Augusto Boal zusammenfassen lassen, dem Empowerment und Selbstwirksamkeit wichtige Anliegen waren. Ich arbeite in der Lehre und in meinen Seminaren immer wieder mit der Methode des Zeitstrahls (aka Zeitleiste). Ich weiß, Wikipedia ist nur bedingt eine zitable Quelle, aber dieser Beitrag zum Thema ist sehr übersichtlich und gut recherchiert.

Hier eine Übersicht von Werkzeugen für die digitale Erstellung von Zeitstrahlen / Zeitleisten:

Einführung ins Thema & Vergleich von vier Tools: http://pb21.de/2011/03/lernen-mit-digitalem-zeitstrahl-teil-i/

ergänzend eine weitere Einführung ins Thema mit dem Vergleich von sieben Tools

tool ohne login, genial einfach: http://timeline.thinkport.org/ ebenso sehr intuitiv dieses Tool

tools mit login:

oder auch mit cacoo (https://cacoo.com/lang/de/ als mindmap oder flowchart)

oder mit prezi http://praxistipps.chip.de/prezi-lebenslauf-als-zeitstrahl-erstellen_27169

oder in Kombination mit geographischer Verortung http://www.myhistro.com/ sowie http://mapstory.org/ (ev. Als Option auch https://tourbuilder.withgoogle.com/ wobei es da eher um Stationen geht)

mit google drive & login

http://timemapper.okfnlabs.org/

sowie mit Bildern, PowerPoints und so: http://storymap.knightlab.com/

Mit Word (Vorlagen: http://office.microsoft.com/de-de/templates/zeitstrahl-TC001016265.aspx)

Mit Excel (http://office.microsoft.com/en-us/templates/timeline-TC001016266.aspx)

mit download-tool

http://eventualitaetswabe.de/?p=633

Die Visualisierung, der bewusste Ungang mit dem Phänomen Zeit sowie der Wahrnehmung eigener Einflussmöglichkeiten darauf kann auch sehr gut mit Methoden aus der Angewandten Improvisation unterstützt werden, dazu lohnt sich ein Blick auf ein im Aufbau befindliches Wiki zu meinem Projekt improflair (mehr).

Konnektivismus bedeutet Partizipation

Ein Blogbeitrag als

„Räume sind soziale Landschaften und gleichzeitig individuelle Umgebungen, die motivierend und fördernd, aber auch hemmend und entmutigend wirken können.“ (Pscheida D., et.al., 2014, S. 292) Zu diesen Lernräumen zählen auch jene in den den unendlichen Weiten des Internet.

In vielen tertiären Bildungseinrichtungen sind Lernmanagementsysteme eine Selbstverständlichkeit, also etwa Moodel, Ilias, Blackboard. Diese verfügen theoretisch über viele Möglichkeiten der Interaktion: Von Foren, über Chat, Peer-Review-Systeme, Wiki bis hin zu Modulen für Videokonferenzen. Immer wieder wird darauf hingewiesen (vgl. z. b. Strasser, Thomas, 2011) dass diese Möglichkeiten zu selten in all ihren Möglichkeiten genutzt werden, schon gar nicht im Potential damit ebenso das Internet als Lernraum zu nutzen. Im Vordergrund steht die „Verteilung“ von Lerninhalten (vgl. Downes, 2005), die noch dazu oft in einen engen Raum bleibt – also auf ein Fach sowie eine konkrete Gruppe eines Jahrgangs.

Es geht also um ein durch Partizipation geprägte Lernen (vgl. Downes, 2005). Dazu betonen Pscheida et.al.:

„Die Idee des Lernens als Vernetzungsprozess von Individuen und Ressourcen über die Grenzen virtueller Räume hinaus entspricht dem Ansatz des Konnektivismus (…). Dieser beruht auf der Feststellung, dass die heutige Informationswelt so umfassend und dynamisch ist, dass Lernen vor allem im Einsatz von Techniken besteht, Informationen zu finden, zu bewerten und für sich zu verwenden. Die Fähigkeit zu Aufbau und Pflege von Wissensnetzwerken aus Personen und Informationsobjekten stellt daher eine Kernkompetenz des 21. Jahrhunderts dar.“ (Pscheida D., et.al., 2014, S. 293)

Wobei Partizipation bei alldem kein Zufall ist oder von selbst geschieht. Denn es geht ebenso um Aspekte wie:

  • Eigene Fähigkeiten und Lebenserfahrungen, sowie Ideen, Ängste und Hoffnungen einbringen bzw. (gemeinsam) weiter entwickeln zu können
  • Selbstbewusst auf ExpertInnen zugehen zu lernen, an diese sinnvolle und mit Theorie & Praxis verknüpfte Fragen formulieren zu können bzw. mit diesen gemeinsam an Ideen und Konzepten zu arbeiten
  • Eigene Sozialräume, die für Wohnen, Lernen, Arbeiten, Freizeit usw. genutzt werden bewusst wahrzunehmen, dort Wissensquellen im weitesten Sinn zu finden und auf eine selbstbestimmte Art in Lernumgebungen einbringen zu können
  • Über Erfahrungen zu berichten, wenn erworbenes Wissen in diese Sozialräume bzw. die eigene Lebensgestaltung eingebracht werden und (temporäre oder nachhaltige) Veränderungen die sich daraus (nicht) ergeben
  • Erworbenes Wissen für andere sicht-, nutz-, kommentierbar zu machen, im besten Fall in einer sehr niederschwelligen Weise

Vor allem viele cMOOCs versuchen sich an diesem Konzept von gemeinsamen, vernetzten Lernen ‚auf Augenhöhe‘ zu orientieren. Sie sind im besten Fall Lernräume, die – schon im Vorfeld – über deren Dauer hinaus wirken; sowohl in Hinblick auf wieder auffindbare Ergebnisse als auch auf Erkenntnisse und Netzwerke die darüber hinaus weiter wachsen.

Downes, S. (2005). E-learning 2.0. in eLearn Magazine 10/2005. http://elearnmag.acm.org/featured.cfm?aid=1104968

Pscheida D., et. al. (2014): Vom Raum in die Cloud: Lehren und Lernen in cMOOCs; in: Rummler, Klaus (Hg.) (2014): Lernräume gestalten – Bildungskontexte vielfältig denken, Waxmann http://2014.gmw-online.de/291

Strasser, Thomas (2011): Moodle im Fremdsprachenunterricht, VWH-Verlag http://www.vwh-verlag.de/vwh/wp-content/uploads/2011/04/titelei_strasser.pdf

Neue Prüfungskultur

Ein wichtiger Themenfaden bei der #gmw14 war E-Assessment, also ebenso die immer wieder diskutierten E-Prüfungen. Sehr stark ging es etwa hier und hier um die technischen Rahmenbedingungen wie Schummeln verhindert werden kann (inkl. Phänomene wie Ghostwriting), dies hängt stark mit der Frage zusammen, inwieweit Ergebnisse aus solchen Prüfungen rechtlich anerkannt sind.

Ich habe die Frage gestellt, was eigentlich das Ziel einer Prüfung ist. Jemand brachte dazu zunächst den Begriff des „Bulimielernen“ hinein: sehr schnelles Aufnehmen (oft mit Fokus auf Auswendiglernen), „ausspucken“ auf Knopfdruck mit wenig nachhaltigen Auswirkungen. Jörn Lovisach berichtete, dass er Studierende im Zuge von Abschlusstätigkeiten zu Bachelor oder Master (auf freiwilliger Basis) nochmals ganz rudimentäre Gleichungen als Aufgabe stellt und viele an dem scheitern.

Fragen zur weiteren Diskussion dazu sind daher u. a.:

  • Wie lassen sich „Lernleistungen“ quasi „am Weg“ evaluieren, also im laufenden Semester?
  • Was genau wird als „Lernleistung“, als „Erfolg“ gewertet; dazu gäbe es viele Optionen u.a.:
    • Entwickeln und beantworten von Fragen
    • Quizzes (bei denen auch Fragen von Studierenden kommen können)
    • Multible-Choice-Frageinstrumente
    • Tätigkeiten im Peer-Review (inkl. Mitarbeit an Review-Kriterien)
    • Erstellung & Mitgestaltung verschiedenster „Materialien“ (siehe hier), die Lerninhalte aufgreifen, (neu) verknüpfen, kommentieren, ergänzen, zusammenfassen…
    • Projektarbeiten bzw. Mitarbeit bei der Forschung
    • Tätigkeiten als TutorIn / MentorIn
  • Wie lassen sich Leilinien zu dieser Form der Evaluierung gemeinsam entwickeln, bewerten, weiter entwickeln?
  • Wie lassen sich bei dem allen möglichst enge (und im Idealfall später ergänzbare / wieder aufnehmbare / weiter verfolgbare) Bezüge zu späteren beruflichen Tätigkeitsfeldern herstellen?

Social Media Werzeuge für Lehre auswählen

In einem Hands-On-Workshop vei der #gmw14 wurden Ergebnisse aus dem EU-Projekt „Social Media for Education“ (SoMeCat) vorgestellt wobei hier Forschende aus Russland, der Türkei, Deutschland und der Schweiz zusammenarbeiten.

In den Analysen zum Projekt festgestellt wurde einmal mehr: Viele Lernende nutzen Social Media sowohl für das Privatleben als auch das Lernen (Anm.: und entdecken dabei immer öfter Interlinks). So gestalten sie auch selbstständig Online-Lerngruppen, nutzen Lernvideos, und Werkzeuge zur Koordination & Kollaboration.

Lehrende wissen das grundsätzlich sind aber öfters keine aktiven NutzerInnen von Social Media weder privat noch beruflich. Und, die Befragungen aus SoMeCat zeigen: Sie sind auf der Suche nach sinnvollen Werkzeugen die sie einsetzen können. Auf der (dreisprachigen!) WebSite http://www.socialmediaforeducation.org/en_gb/ können Lehrende Informationen zu ihren Lehrndesign eingeben und erhalten als Ergebnis eine Übersicht zu möglichen Instrumenten und in welchen Feldern diese einsetzbar sind.

Das Instrument ermöglicht einen schnellen Einstieg ins Thema „Einsatz von Social Media in Lernsettings“, auch weil „am Weg“ einiges an Hintergrundinformation vermittelt wird und unterstützt eine bewusste Auswahl und damit Einsatz verschiedener Werkzeuge.

„Räume rundherum“

Es entstand bei der #gmw14 die Diskussion, inwieweit ein „Raum“ wie das öffentliche Verkehrsmittel, das für die Fahrt genutzt zur Bildungsinstitution wird, beeinflussbar ist.

Meine Sicht dazu: Die Frage ist wie immer zunächst was ist das Ziel dabei? Ohne Zweifel wird genau dieser Raum oft sehr wahrscheinlich zum Lernen genutzt, sowohl alleine und ebenso in off- und online Kleingruppen. Es sind also Orte, die zum Gesamtkonzept der persönlichen Lernumgebung gehören. Im Zuge deren Reflexion und Weiterentwicklung könnte es also etwa darum gehen:

  • Welche Studierende (und Lehrende) nutzen einen Raum wie „die“ öffentlichen Verkehrsmittel auf welche Weise, mit welcher (sich verändernden? Gleichbleibenden?) Intensität?
  • Was wird dabei als förderlich, was als behindert für „gutes Lernen“ wahrgenommen?
  • Welche Inhalte könnten in diesem Raum vermittelt werden (in Zürich gibt es etwa das Konzept der „Kurzvorträge im Triemli-Tram sowie)?
  • Welche Kooperationen sind mit einer Kommune, Betreibern der öffentlichen Verkehrsmittel denkbar – projektbezogen oder auch ausgerichtet auf langfristige Veränderungen (ebenso im Sinn von Stadtentwicklung, Bildung als öffentlicher Auftrag usw.?

Siehe dazu etwa die podcasts der „Triemli-Tram“ in Zürich sowie die ebenso dort zu findenden Projekte der PatientInnenengeschichten und Gesundheits-Kurzvortägen

Lernräume off- und online und dazwischen

Auch bei der keylecture von Sabrina Brandt und Gudrun Bachmann (Universität Basel. Hintergrund: https://itsi.ltn.unibas.ch/) am zweiten Tag der #gmw14 (Videoaufzeichnung: https://t.co/jHArRYWHvG) ging es um Räume, wobei zunächst eher der „physikalische“ Aspekt im Vordergrund stand. (Eine weitere Zusammenfassung findet sich hier: http://2014.gmw-online.de/blog-keynote-auf-dem-weg-zum-campus-von-morgen/ und ausführlicher hier: http://2014.gmw-online.de/015/)

Studierende sind heute mehr denn je Lernwanderer „zwischen unterschiedlichsten Räumen“ (also u. a. Prüfungs-, Lehr-, Lern-, Zwischen- und Spielräume). Es geht also auch um die Grenzgänge zwischen „anytime-anywhere“ versus „home based“ Lernen.

Zum Einsatz auf dem Weg zu einen neuen Campus kamen Methoden wie designthinking, Fotoexkursionen, Workshops,… Weiters wurde die Persönliche Lernumgebung in den verschiedenen Feldern visualisiert.

Ein interessanter Vergleich dabei: Werden Kinder gefragt, was sie sich für einen Spielplatz wünschen kommt vermutlich schnell „Sandkasten“ und „Schaukel“. Auch weil diese Aussage von inneren Bildern geprägt ist, was eben zu einem Spielplatz gehören könnte. Es braucht also eine Vorgangsweise, während der Wünsche sowohl entstehen können, als auch gemeinsam entwickelt werden.

Einige Erkenntnisse (hier fließen auch Wahrnehmungen von der Keylecture am dritten Tag ein: https://t.co/oMr0WZzrCP Siân Bayne «Digital education and University space»:

  • Auch vorhandene Lernräume können durch verblüffend einfache Maßnahmen an gerade aktuelle Bedürfnisse angepasst werden (Tische umstellen usw.)
    • Gewünscht sind sowohl Individualräume als auch Räume für Gruppenaktivitäten (gilt ebenso für Online-Räume!) wobei die interessante Frage ist, wie leicht sich diese Räume rasch transformieren & zurückverwandeln lassen
    • Und: wie leicht lassen sich eigentlich leere Räume von Studierenden und Lehrenden kurzfristigst und niederschwellig buchen (siehe dieses Beispiel der Uni Basel: http://raumfinder.ch/detail/info/100166.html)
    • Als Kommentar zur keylecture: leben – und lernen – bedeutet aneignung, also auch bewusst gewollte, geförderte mitgestaltgung
  • Studierende (und natürlich auch Lehrende) verbringen teils den ganzen Tag am Campus – wie also muss dieser gestaltet werden, um Bedürfnisse zu stillen wie Hunger, Durst, Sehnsucht nach Ruhe, liegen können, Begegnungsräume…
    • Manche Orte wirken so: Studierende sind hier eigentlich (explizit) nicht willkommen
    • Gewünscht sind auch IT-freie Räume bzw. überall anders Essentielles wie W-Lan, Steckdosen & Co.
    • Die Uni / FH als „Zweitwohnung“ ist auch in Hinblick auf mögliche „Pausenräume“ in Curricula usw. kritisch anzusehen und der Balanceakt zwischen Lernen & Privat bzw. den Interlinks dazwischen
      • Und: wie ist das, wenn sich Zuhause eine massive Veränderung wie ein Hausbau, Geburt, Heirat, Trennung ergeben; welche Unterstützung ist dann wichtig?
    • Wie ist das bei blended learning oder Fernstudien; Sophie Lenz sagte dazu treffend: Fernstudierende als Schrödinger-Katzen…“Sie sind auf der Uni und sie sind nicht auf der Uni“
  • Selbstverwaltete Herangehensweisen unterstützen schnelle Lösungen, etwa das Anschaffen eines 3D-Druckers
  • Serviceanspruch vs. Eigenverantwortung: dieser „Wechsel“ braucht Zeit, Unterstützung, Impulse
  • Regelmäßige Evaluierung wichtig -> Beispiel: http://t.co/ZladiSNSV1
  • Potentiale durch bewusste Begegnungen zwischen unterschiedlichsten Studienrichtungen bis hin zu gemeinsamen Projekten – Räume fördern interne Vernetzung & Wissensmanagement / Raum als Change Agent

E-Learning, blended learning, inverted classroom braucht Strategien

Titel der #gmw14 war ja „Lernräume gestalten – Bildungskontexte vielfältig denken“. Am ersten Tag ging es im Workshop „Digitale Lernräume an Hochschulen schaffen“ (http://2014.gmw-online.de/426/) um Strategien die es braucht, damit E-Learning, blended learning oder auch Konzepte wie der inverted classroom überhaupt umgesetzt werden können.

Eine solche Strategie braucht eine interdisziplinäre Ausrichtung, die an allen Handlungsfelder einer Bildungseinrichtung anknüpft. Es geht also um Felder wie:

Claudia Bremer betonte die Wichtigkeit bei solchen Strategien auf die Vielfalt, die Diversität unterschiedlicher Studienrichtungen und deren jeweiligen Kulturen zu achten, diese aktiv zu nutzen. (siehe dazu http://www.bremer.cx/vortrag51/Bremer_Folien_Universitaet_Hamburg2010.pdf besonders die Folie 7).

Als möglicher Ausgangspunkt für solche Strategien: http://efquel.org/tools/visced-success-factors/ und http://www.ecb-check.org/criteria-2/

Ein spannendes Thema beim Workshop: Welche Ziele hat eigentlich „e-learning“ (oder blended learning, ICM…)? Und woran ist zu merken / messen, dass der Weg dorthin stimmt, dass Teil“erfolge“ gelungen sind? Aus meiner Sicht, es geht um

  • Eine Haltung die ich mit einem gmw-Zitat beschreiben will: „die neuen LehrerInnen sind die Lernenden (Studierenden)“
  • eine umfassende Unterstützung von Lehrenden und Lernenden
  • bewusst ausgewählte und gut vorbereitete digitale Arbeitsräume, die gleichzeitig so flexibel sind, dass individuelle „Lieblingswerkzeuge“ auch genutzt werden können
  • bewusst ausgewählte Tools
  • sowie Aspekte die dann auch bei einer Session des educamps (ganze Doku: http://gmw14.educamps.org/) vorkamen:
    • Angebote, bei denen Lehrende und Lernende die Arbeitsräume kennenlernen und lustvoll ausprobieren können
    • Laufender Support bzgl. Möglichkeiten, niederschwellig nachfragen zu können
    • Reflexion & Erfahrungsaustausch welche Tools sich für welche Einsatzgebiete am besten eignen