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Rückblick smart setting #1

In meiner Rolle als Mitarbeiter der FH St. Pölten im Bereich Hochschuldidaktik / E-Learning nehme ich gerade an der fein gemachten Weiterbildung „smart setting“ statt, wo es um die Weiterentwicklung der Optionen des Nutzen z. B. von Offline Settings geht, die bewusst auch für Online Mitwirkende geöffnet werden.

Einige Dinge, die mir aufgefallen sind und einige Ideen die sich daraus ergeben…

Zunächst finde ich es ganz super, dass es mit paul eine Plattform gibt mit vielen Kollaborationsmöglichkeiten auch „zwischendurch“ (ich zeig dann weiter unten an einem in vieler Hinsicht Negativbeispiel warum das wichtig ist).

Und dass dort sich die zentralen Infos zum Kurs immer finden inkl. Push-Nachrichten, die mich daran erinnern dran zu bleiben. Auch super wichtig.

Wobei das Potential dieser Vorinfos aus meiner Sicht beim ersten Date zuwenig genutzt wurde: Also es gab sehr viel Infos zum Ablauf des Kurses, die dann wiederholt wurden (dauerte fast 30 Min…). Ich denke ihr hättet Teilnehmende bitten können sich diese Infos im Vorfeld anzusehen, vielleicht auch unterstützt durch Minivideos, wo die einzelnen Features des Kursraums vorgestellt werden. So bleibt dann mehr Zeit für den Austausch! Wofür auch Zeit bleiben würde ist, gemeinsam mit dem Raum zu spielen. Also – durchaus auch gezielt in zufällig zusammengewürfelten Kleingruppen – ein paar features austesten, ohne Vorgabe an content. Solche digitalen Spielwiesen sind auch grandios um dass das in Videokonferenzen gerne eingesetzte „hörst du mich“ später deutlich seltener zum Einsatz kommen muss. Bei so einer Phase könnten auch technisch noch affinere Menschen dabei unterstützen, aus dem jeweiligen Endgerät das Maximum an Bild- und Tonqualität rauszuholen.

Die 30-Sekunde-Challenge war sehr fein und zum Glück haben sich ein paar für ungewöhnliche Zugänge entschieden. Wobei mir unter dem Strich dann das Gefühl überblieb, noch einen knackigen Überblick haben zu wollen, das wäre (nach wie vor) etwa mit www.padlet.com umsetzbar, wo quasi Name & eine Überschrift & ein Satz & ein Symbolfoto gesammelt würde für den schnellen Überblick gesammelt würde, ergänzend zu den Details auf der communities of practises.

Ich fand die Break Out Sessions genial – eine schöne Begegnung auf Augenhöhe, wo ich mich sehr intensiv „in der Gruppe“ erlebte. Ein bisschen schade war, dass ich von den anderen Gruppen (fast) nix mitbekommen zu haben. Denkbar wäre ein kurzes Debriefing im Anschluss gewesen, denn es ist für Gruppenarbeiten egal ob offline oder online „normal“, dass nicht alle Notizen machen. Die Chance darauf steigt deutlich, wenn in jeder Gruppe eine Person ist, die sich für die Doku zuständig fühlt. Bei den Breakoutsessions war übrigens unklar, wer welche „Nummer“ bei den Notizen war.

Sehr gut fand ich die Intervention, miteinander Handzeichen für die Kommunikation zu vereinbaren, das wäre schon am Anfang ein guter Start gewesen. Super großartig inspirierend die Improvisationsmethoden. Miteinander umgesetzt haben wir:

  • Grid von Videos nutzen: sich so bewegen, dass möglichst vielfältige „Berührungen“, körperliche Verknüpfungen mit anderen Teilnehmenden entstehen
  • Aussagen machen: Zustimmen / Ablehnen (mit den vereinbarten Handzeichen)
  • Deep in the jungle „übertragen“: Geräuschkulisse gemeinsam machen „als ob wir im Dschungel, am Meer“ wären
  • Gemeinsamer Summton machen

Da gibts – wie ich aus eigener Erfahrung / Forschung gelernt habe – noch ganz viele weitere Optionen. Und sie alle unterstützen die Immersion, das Eintauchen und zugleich das sich einander als „nahe“ erleben bzw. einigen sich ganz toll etwa als Ausgangspunkte / Material- und Ideengeber für kollaboratives Werken.

Noch ein kurzer Rückblick als Kontrast zu der  Konferenz https://www.copernicus-alliance-conference-2019.com/ wo es um das super wichtige Thema Nachhaltigkeit ging und das ganze als reine Onlinekonferenz. Vorangestellt gab es einen Zugang zu einem Adoberaum mit vielen Hintergrundmaterialien und Videos mit Expert*innen. Grundsätzlich ein wichtiger und richtiger Ansatz. Nur wenn jedes Video mindestens 20, teils 30 Minuten dauert wird es schon wieder schwierig, trotz Reflexionsfragen, welche die Expert*innen zur Verfügung stellten. Dieselben Inhalte hätten auch leicht in der Hälfte der Zeit in den Videos verpackt und der Textanteil der eingesetzten Folien deutlich reduziert werden können. Beim ersten Onlinetermin via Adobe Connect erfolgte dann die Begrüßung, wie sie leider bei vielen Konferenzen üblich ist:

Eine Person, die eigentlich wenig bis nichts mit dem Thema zu tun hat und die dann im weiteren Verlauf des Programms nicht mehr vorkommt bemüht sich um salbungsvolle Worte. Hier taucht der Wunsch auf, wie bei manchen Streamingdiensten möglich, diesen Vorspann zu überspringen, noch dazu wenn die Programmverantwortlich während der von einem Zettel abgelesenen zu langen Sequenz daneben wie bestellt und nicht abgeholt daneben steht. Vorher erklärt die Programmverantwortliche übrigens noch die Bedeutung der Pflanze auf ihren Tisch, um Zeit zu schinden. Das sind natürlich alles Themen, die generell mit „Konferenzdidaktik“ zu tun haben und weniger mit analog vs. digital.

Schlimm wird es dann bei zwei Inputs von Expert*innen, diese wiederholen in weiten Zügen das, was sie in ihren wunderhübschen Videos schon gesagt haben, hier ist allerdings dann Video- und Tonqualität deutlich schlechter. Gleichzeitig ist deutlich merkbar, dass niemand von den online Agierenden mit diesem Setting im Vorfeld ausreichend herumprobiert hat. Und damit die Teilnehmenden nicht auf dumme Ideen kommen, wird während dessen der Chat ausgeblendet 🙁 – und dann noch Folien, die von Text übergehen und sich durch schlechten Kontrast „auszeichneten“

Selbst in einem vielversprechend klingenden Format „Co Creation Lab“ wird über ein Drittel der Zeit mit Input verwendet, leider wieder ganz viele Informationen, die ohnehin schon als Unterlagen verfügbar waren. Die Tonqualität ist desaströs mit fürchterlichen Feedback, Audio- und Kamerarechte zu verteilen braucht viel zu viel Zeit. Dann jammern die beiden Leitenden noch, wie schwierig alles in einem Online-Setting ist…

 

 

Arbeiten mit Zeitleiste / Zeitstrahl

Alles was sichtbar wird, wird veränderbar! So ein Satz, mit dem sich wesentliche Aussagen etwa von Augusto Boal zusammenfassen lassen, dem Empowerment und Selbstwirksamkeit wichtige Anliegen waren. Ich arbeite in der Lehre und in meinen Seminaren immer wieder mit der Methode des Zeitstrahls (aka Zeitleiste). Ich weiß, Wikipedia ist nur bedingt eine zitable Quelle, aber dieser Beitrag zum Thema ist sehr übersichtlich und gut recherchiert.

Hier eine Übersicht von Werkzeugen für die digitale Erstellung von Zeitstrahlen / Zeitleisten (aktualisiert im Okt 19):

Sehr einfach und gut in Moodle & WordPress bzw. via iframe in andere WebSites integrierbar: https://h5p.org/timeline

ebenso sehr simple und gratis https://time.graphics

Einführung ins Thema & Vergleich von vier Tools (die teils leider offline sind): http://pb21.de/2011/03/lernen-mit-digitalem-zeitstrahl-teil-i/

ergänzend eine weitere, 2018 zuletzt aktualisierte Einführung ins Thema mit dem Vergleich von sieben Tools

tool ohne login, genial einfach: http://timeline.thinkport.org/ oder dieses Tool (siehe auch diese dokumentation – achtung ist flashbasiert, könnte also demnächstens nur mehr mit Firefox oder später gar nicht mehr funktionieren)

tools mit login:

oder auch mit cacoo (https://cacoo.com/lang/de/ als mindmap oder flowchart)

oder mit prezi (Vorlagen)

oder in Kombination mit geographischer Verortung http://www.myhistro.com/ sowie http://mapstory.org/ (ev. Als Option auch https://tourbuilder.withgoogle.com/ wobei es da eher um Stationen zB einer Reise geht) mit google drive & login

http://timemapper.okfnlabs.org/

sowie mit Bildern, PowerPoints und so: http://storymap.knightlab.com/

Mit Word (siehe hier), mit anderen Office Programmen  und mit Power Pount (Video)

Die Visualisierung, der bewusste Ungang mit dem Phänomen Zeit sowie der Wahrnehmung eigener Einflussmöglichkeiten darauf kann auch sehr gut mit Methoden aus der Angewandten Improvisation unterstützt werden, dazu lohnt sich ein Blick auf mein Wiki zu meinem Projekt improflair (mehr).

Mathe? Ich? Oh ja! ImproImpulse im #mathemooc

In diesen Post werden die ImproImpulse für den MatheMooc14 reflektiert, die nun auch im MatheMooc15 zum Einsatz kommen, zunächst ein Rückblick wie alles begann, dann werden HIntergründe zu den Methoden vorgestellt.

Bekanntlich ist Improvisation eine meiner großen Leidenschaften. Noch genauer: Angewandte Improvisation, also der Einsatz sehr vielfältiger Methoden in Settings wie Beratung & Coaching, Unternehmensberatung, Teamtraining, Projekt- und Fehlermanagement, Design oder natürlich Lehre in allen Bildungsfeldern. Schon länger verfolge ich, was Christian Spannagel so im und außerhalb des Internet treibt und finde das sehr inspirierend. Ganz persönlich und direkt durfte ich seine Spontanität bei der Tagung der GMW#14 in Zürich erleben, wo auch dieses schöne Impro-Video entstand.

Unmittelbar vor dem Start des aktuellen Durchgangs (2014) des Mathe-MOOC (Link zum Kurs auf iversity / Link zum Blog zum Mathe-MOOC) habe ich Christian gefragt, wie es wäre dort „ImproImpulse“ einzubringen (dazu habe ich auch dieses wachsende und für Ergänzungen sehr dankbare Brainstorming in einem editierbaren google-Dok begonnen).

Die Welt der MOOCs erlebe ich schon lange als sehr spannendes Feld und schätze sie auch aufgrund der vielen, sehr unkomplizierten und direkten Kontakte die dort entstehen. Und weil dort eine Art von Lernen möglich ist, die sehr bereichernd ist: Ideen aufgreifen und einbringen, miteinander verknüpfen, einander Fragen stellen und beantworten oder auch gemeinsam neue Fragen stellen sowie nach verschiedenen Antwortvarianten danach suchen bzw. wie sich diese in verschiedensten Alltagswelten auswirken. Sehr oft entstehen also viele Ebenen, auf denen sehr intensiv kooperiert wird und gleichzeitig viel Spontanität stattfindet. Alles also Elemente, die für mich auch Angewandte Improvisation ausmachen. Wie deren Ansätze und Methoden Formen von Kooperationen von Lehrenden und Lernenden im Bereich der höheren Bildung fördern können wird bald Thema eines Doktoratsprojekt von mir sein, bei dem mich Christian begleitet. Hier dazu erste Ausblicke.

Ich erlebe es als sehr lustvoll mit den ImproImpulsen im Mathe-MOOC auch mein Mathetrauma aufzuarbeiten und schön, welche spannenden Reaktionen entstehen. An einigen „Ecken“ im Mathe-MOOC sind so tatsächlich auch intensivere Formen der Zusammenarbeit von Teilnehmenden entstanden. Als Beleg dazu sammle ich sowohl die Beschreibungen der Einheiten (inkl. Screenshot) sowie Reaktionen der Teilnehmenden auf die ImproImpulse in Googel-Doks. Dort sind auch Links zu den produzierten Kurz-Videos, die zusätzlich auf YouTube gestellt wurden – Kommentare zu diesen auch in Form als Antwort auf die Impulse im Video sind jederzeit auch außerhalb des Mathe-MOOC herzlich willkommen.

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