Angewandte Improvisation im Feld Freizeitpädagogik

Schon länger unterrichte ich an der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz im Lehrgang Freizeitpädagogik an einem Wochenende das die Überschrift Theaterpädagogik trägt. Ich setze dort Ansätze und Methoden der angewandten Improvisation um, u. a. als:

  • In verschiedensten Settings sehr einfach und schnell umsetzbare Methoden u.a.:
    • Zur Unterstützung von Lernprozessen bzw. der intensiven Auseinandersetzung mit Inhalten sowie aktuellen Ereignissen
    • Um Wünsche, Erwartungen, Ängste und Bedürfnisse sichtbar zu machen
    • Für Brainstorming
    • Als Methode Klischees und Vorurteile aus neuen Blickwinkeln zu sehen
    • als Triebfeder für eine positive Gruppendynamik
    • als Aktivierungsmöglichkeit von Teilnehmenden
    • zum Umgang mit Konflikten
    • Zur Unterstützung der Integration von neuen Teilnehmenden in die Gruppe oder auch von Personen die dort bislang eher ‚am Rand‘ waren
  • Wege zu Ideen, Textmaterialen, Informationen zu Figuren für szenische Collagen oder auch Theaterstücke

Im Feld Freizeitpädagogik insgesamt und bei Methoden aus der Angewandten Improvisation ist das gegenseitige Kennenlernen ein unverzichtbarer Bestandteil. Auch bei Gruppen, die schon längere Zeit miteinander verbracht haben. Gefördert wird so eine Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens, der Neugier aufeinander, die Auseinandersetzung mit der eigenen und mit anderen Identitäten sowie das bewusste Wahrnehmen gegenseitiger Anknüpfungspunkte.

Weiterlesen

Management ist Improvisation

Am Anfang gleich zur Erinnerung, wenn hier jemand empört aufschnaubt: Improvisation ist nicht gleichzusetzen mit „wenn gar nichts mehr Anderes geht“, mit ständigen provisorischen Notfalllösungen, mit „da muss es eigentlich was Besseres geben, aber erstmals improvisiere ich.“ (siehe auch hier)

Ich schreibe diesen Blogbeitrag, weil ich aktuell am MOOC Management 2.0 teilnehme und weil ich nächste Woche zum Kongress des Applied Improvisation Network in Berlin fahren werde. Ein Hauptthema ist dort Improvisation und Leadership. Und auch weil ich gerade viel in einen Masterlehrgang Leadership an der KPH Wien als Lehrender / Teil des Leitungsteams einbringe. Weiterlesen

Du bist Improvisation auf ununi.tv und bei einem Seminar in Linz

Improvisation bedeutet auch Risikobereitschaft und den Mut zu teilen. So bin ich seit einiger Zeit Teil des Projekts ununi.tv. Zur Geschichte dieses spannenden Projekts siehe hier: http://www.netzpiloten.de/ununi-tv-interview-wir-wollen-eine-offene-plattform-sein/ sowie hier auf golem.de. Weitere Infos finden sich auf dem ununi.tv-Blog.

Dem Team von Ununi.tv ist es zuletzt über startnext gelungen 25.000 Euro via Crowdfunding aufzutreiben. Weiterlesen

schönes zitat

“Imagination is as effortless as perception, unless we think it might be ‘wrong’, which is what our education encourages us to believe.”

Keith Johnstone

Sei durchschnittlich

Sicher eine der provokantesten Thesen von Patricia Madson! Denn natürlich ist es der Wunsch von vielen, möglichst oft brillieren zu können, zu zeigen, was in uns steckt. Wobei genau hier eine „Falle“ lauert…

In vielen unserer Seminare und Beratungen ist zu erleben, wie Menschen beginnen, unterstützt durch ressourcenorientierte Methoden aus der Angewandte Improvisation mehr als sonst über ihre Fähigkeiten zu sprechen. Und auch über ihre Träume und Ideen. Was folgt ist neben der Freude, das erleben zu können ein dickes fettes ABER. Denn dies alles sei ja nichts „Besonderes“ oder gar „Außergewöhnliches“ und das Prädikat „Innovativ“ wäre hier schon gar nicht angebracht. Weiterlesen

Beginne irgendwo

Beginne irgendwo

„So einfach kann es doch nicht sein!“ – eine Reaktion, die ich bei meinen / unseren Seminaren oder Beratungen manchmal bekomme. Dann, wenn eine Idee auftaucht, ein Lösungsansatz oder eine entlastende Alternative, die so „einfach“ ist, dass es fast schon weh tut.

Warum ist es manchmal so schwer, das „Naheliegende“ wahrzunehmen bzw. es auch zu nutzen? Weiterlesen

Bereite Dich nicht vor

Gemeint ist mit dieser provozierenden Ansage zunächst die Bereitschaft sich dem Unerwarteten, dem Unplanbaren zu öffnen, ein Teil davon zu werden, anstatt sich davon überrollen zu lassen und dann quasi „aus dem Ärmel heraus“ etwas Notdürftiges herauszuschütteln.

Fundierte Aus- und Weiterbildung, Vorbereitung die auf Erfahrenswerte aufbaut, zielgruppenorientierte Gestaltung von Inhalten / Abläufen / Vorgehensweisen – alles das und mehr bleiben wichtig. Und dann kommt ein magischer Moment, der mich als Handelnder überrascht. Ein Moment, der so selbst bei perfektester Planung nicht zu erwarten war. Weiterlesen

Mehr „Ja“ in unseren Wochen

Natürlich ist Planung wichtig. Wobei es nicht nur darum geht, Termine im Kalender zu verteilen, sondern auch um Aus- und Fortbildung, also Vorbereitung im weiteren Sinn. Neben Fachinhalten, Argumentationslinien, drei Botschaften, die in Kommunikationssituationen auf jeden Fall ankommen sollen, sind ebenso Bereiche wichtig wie eine bewusste Körperhaltung oder die gezielte Vorbereitung eines Settings. Nur, wie dann mit dem Unerwarteten umgehen? Weiterlesen

„Improvisieren müssen….“

auch als Nachtrag zum letzten Blogeintrag:
Wer bei Google improvisieren eingibt, findet sehr schnell etliche Berichte in denen die Rede davon ist, dass jemand improvisieren MUSS, weil eben was nicht da ist, etwas nicht funktioniert, andere Menschen da sind als geplant usw.
Das „muss“ klingt so, als wäre das Unerwartete eine Bedrohung die immer und überall lauert (an diese Stelle bitte die Star Wars Melodie von Darth Vader vorstellen oder anhören http://www.youtube.com/watch?v=-bzWSJG93P8).
Und wenn es dann hereinbricht, das Unerwartete (Darth Vader Thema hier weiterhören), dann MUSS improvisiert werden. Weiterlesen