Der improflair Blog

Beiträge rund um meine Angebote, zu Angewandter Improvisation und zu Forschungsimpressionen aus meiner Dissertation.
Ich freue mich auf Rückmeldungen und Kommentare!

ImproImpulse bei der Flipped Classroom Convention in Berlin

Ich freue mich sehr, dass ich auch bei der Flipped Classroom Convention am 30. 6.17 in Berlin ImproImpulse einbringen durfte! Vielen Dank an JuliaWerner & Christian Spannagel (beide PH Heidelberg) für die Gelegenheit sowie das gemeinsame lustvolle Vorbereiten.

Zum Einsatz kamen in Berlin zunächst Hinweise auf grundlegende Anregungen für ImproImpulse: Oft stimmt der allererste Impuls, Angst ablegen etwas „falsch“ zu machen, zu anderen Ideen „Ja, genau“ sagen. Zudem nahm ich Bezug auf eine Aussage am Anfangd er Konferenz: Wegen heftiger Regenfälle gab es bei der Anreise einige Hindernisse und Schwierigkeiten – „Wir mussten improviseren“. Ich wies darauf hin, dass Improvisation mehr ist, dass wir improvisieren können & dürfen (siehe auch hier). Dann kamen zum Einsatz. ein Wort-für-Wort Spiel und der „Lösungs-Dreisatz“. (siehe als Hintergrund auch diesen Blogpost zu Angewandter Improvisation in Bildungssettings!) (Schön zu sehen ist die intensive Interaktion in diesem Video!)

cc_by_cfreisleben

cc_by_cfreislebenEbenso das Teilen von Ergebnissen via Papierfliegern (siehe hier die dokumentierten Ergebnisse) kann als Variante von Improvisationsmethoden gesehen werden: Eine Erkenntnis wird vergleichsweise spontan formuliert sowie anderen im „Lernraum“ zur Verfügung gestellt. Vom didaktischen Design her wurde zudem unterstützt, dass die Teilnehmenden während des gesamten Tages „Ausgangsmaterialien“ für die Methoden sammelten: Initiiert durch Impulsfragen (mehr) eine bewusstere Wahrnehmung von erworbenen Wissen. Am Ende förderten die ImproImpulse, sich gemeinsam mit anderen über eigene Erkenntnisse noch bewusster zu werden. Gleichzeitig wurde eine lockere, entspannte Atmosphäre gefördert, die wiederum den Austausch beflügelte. Ein schönes Beispiel, wie ImproImpulse Co Creation von Wissen – ganz im Sinn des flipped / inverted classroom – unterstützen! (siehe auch dieses storify mit Bildern von Teilnehmenden!)

Jetzt arbeite ich schon fast zwei Jahre an meiner Dissertation zum Einsatz von Herangehens- / Denkweisen und Methoden aus der Angewandten Improvisation offline und online im tertiären Bereich. Ich kann dabei auf verschiedenste Erfahrungen aus meinen letzten 30 beruflichen Jahren zurückgreifen. Ein Thema, das mich dabei ebenso wie die Improvisation von Anfang an begleitete ist die Frage, wie Bildung dialogorientiert und nachhaltig wirksam gestaltet werden kann. Das hat u. a. dazu geführt, dass ich nun seit über drei Jahren Fachverantwortlicher Inverted Classroom (synonymer Begriff für Flipped Classroom) an der FH St. Pölten bin. Gerade auch für dieses didaktische Konzept ist Angewandte Improvisation in einer sehr vielfältigen Form und in mehrfacher Hinsicht spannend, hilfreich, inspirierend… .

 

 

 

Impulsfragen in der Tagungsmappe

  • Wichtige Stichworte, mit denen ich den EInsatz des Flipped Classroom und dessen Mehrwert beschreibe
  • Als Potentiale bzw. Herausforderung bei der Planung, Umsetzung und Reflexion von Bildung mit Flipped Classroom erlebe ich aktuell / am Ende der Konferenz
  • Tipps oder Literaturhinweise, die ich von anderen Teilnehmenden bekommen habe
  • Drei bis fünf Schritte, die ich in der nächsten Zeit in meinen eigenen Unterricht umsetzen werde

…am „Fächer“

  • Kontakte…
  • Von der #FCC2017 nehme ich mit

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Angewandte Improvisation in Bildungssettings

Schon Johann Comenius betonte im 17. Jahrhundert die Bedeutung spielerischer Ansätze im Bildungsbereich wobei er dabei auf Überlegungen von Aristoteles oder Plato zur Bedeutung von Spiel für das Leben aufbaute. Methoden aus der Angewandten Improvisation haben zweifellos einen spielerischen Charakter. So sammelte etwa die Sozialarbeiterin Neva Boyd in den 1920er-Jahren Kinderspiele bzw. erfand selbst welche und setzte diese ein, um Sprachfähigkeiten, Problemlösungskompetenz, Selbstsicherheit und soziale Fähigkeiten bei Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu fördern. Gleichzeitig verwenden sowohl Boyd als auch Personen, die auf ihre Arbeit aufbauten wie etwa Viola Spolin, Keith Johnstone oder Augusto Boal die Bezeichnung „Übung“ für die vielfältigen Methoden. Gearbeitet wird etwa mit Assoziationen mit Bildern & Grafiken, Worten, dem Körper, Klängen, der Stimme, Gegenständen… Dazu kommen Übungen um Räume sowie Menschen dort gezielt wahrzunehmen sowie eigene Handlungsoptionen in diesen. Ein wichtiges Werkzeug sind zudem improvisierte Kurzszenen, die auch aus einzelnen Worten und Momentaufnahmen bestehen können.

Hier ein Einblick in einige Einsatzoptionen von Improvisationsmethoden in Bildungssettings:

  • Entwickeln und reflektieren von didaktischen Designs sowie von Forschungskonzepten
  • Gegenseitiges Kennenlernen als kontinuierlicher Prozess
  • Biographisches Arbeiten
  • Visualisierung, bewusste Wahrnehmung und kreative Verknüpfung von vorhandenen Kompetenzen, expliziten / impliziten Wissen, Erfahrungen und Herangehensweisen
  • Brainstorming (wobei es nicht nur um neue Ideen geht, sondern ebenso um die Nutzung vorhandener Ideen / Materialien)
  • Unterstützen von tiefgehenden Verständnis für komplexe Zusammenhänge, (auch historische) Abläufe und Systeme, also u. a. Formeln und Statistiken aus allen Feldern
  • Hilfe beim Verstehen und Lernen von Fachbegriffen und –vokabeln (auch darum sind die Herangehensweisen / Methoden wichtige Werkzeuge, u. a. um Health Literacy zu fördern)
  • Entdecken, erforschen und konkretisieren von Möglichkeiten, um komplexe Themenstellungen und Herausforderungen anzugehen
  • Definieren und konkretisieren von Lernzielen
  • Reflexion von Lernschritten und –ergebnissen (ebenso im Sinn von Wiederholung und Festigung von Wissen sowie von Transfer in verschiedenste Lebensrealitäten)
  • Kraftvoller Umgang mit und Nutzung von Rückmeldungen, Beschwerden, (Beinahe)fehlern
  • Ausgangspunkt für wertschätzende und neugierige Begegnung mit verschiedenen Zielgruppen (inkl. wahrnehmbar Machen von deren Alltagsrealitäten, Bedürfnissen, Ängsten, Hoffnungen, Lebenssituationen…)
  • Planung, Umsetzung und Reflexion von Projekten sowie Veranstaltungen (wobei Angewandte Improvisation dort auch viele methodische Optionen bietet / eröffnet)
  • Entdeckung und Erforschung von Sozialräumen sowie verschiedener Handlungsoptionen in diesen
  • (Weiter)Entwickeln, erforschen und selbst kreieren von Geschichten im weitesten Sinn (inkl. wissenschaftliche Texte, Drehbücher, Gamedesign, Abläufe in Unternehmen und Institutionen…)
  • Entwickeln, austesten und reflektieren von Methoden, von Designs und Produkten sowie von User*innen-stories dazu
  • Partizipative Aktionsforschung (wobei Angewandte Improvisation auch für andere Forschungsmethoden u. a. zur Datensammlung herangezogen werden kann)

Improvisationsmethoden haben gleichzeitig Effekte auf überfachliche Kompetenzen. Ermöglicht / initiiert – auch im Sinn des Schaffens von sicheren Zonen -, begleitet, herausgefordert, reflektiert wird u. a.:

  • Kreativität
  • Spontanitätskompetenz
  • Vernetztes Denken und Handeln
  • Die Fähigkeit zu intensiver und von gegenseitiger Wertschätzung sowie Unterstützung geprägter Zusammenarbeit
  • Selbstsicherheit und Selbstwirksamkeit
  • Digital Literacy in einem umfassenden Sinn, auch weil u. a. Web 2.0-Werkzeuge zum Einsatz kommen können

 

Literaturhinweis:

Berk, R. A., & Trieber, R. H. (2009). Whose Classroom Is It, Anyway? Improvisation as a Teaching Tool. Journal on Excellence in College Teaching, 20(3), 29–60.

Freisleben-Teutscher, C. F. (2015). Digital Literacy bei Lehrenden und Lernenden gezielt fördern. medienimpulse, (4/2015).

Simon, W. P. (2011, January 12). Boyd, Neva Leona. http://www.socialwelfarehistory.com/people/boyd-neva-leona/

 

ImproHack auf der #dghd17

Ich war bei der #dghd17 auch bei einem „Hacking-Event“ beteiligt und dabei mit Angewandter Improvisation auch als Teil meines Weges meiner Dissertation gearbeitet (ergänzende Kommentare und Wahrnehmungen u. a. der etwa 30 Teilnehmenden an dieser Session sind natürlich herzlich willkommen).

Hacking  meint in diesem Kontext mit einem spannenden Mix an Versuch und Irrtum zu arbeiten sowie vorhandene Konzepte, Methoden, Materialien völlig neu zu kombinieren und einzusetzen (siehe diesen Beitrag dazu). Gerade Methoden aus der Angewandten Improvisation können dabei hilfreich und inspirierend sein. Sie initiieren, begleiten nicht nur kreatives Denken, das finden unkonventioneller Handlungsoptionen, sondern unterstützen auch das Fokussieren auf konkrete Schritte und deren Reflexion. Weiters haben sie einen positiven Einfluss auf die Art der Zusammenarbeit, auf das gesamte Flair in Denk- und Arbeitsräumen im weitesten Sinn. Mit Improvisationsmethoden geschieht weiters in einem sehr umfassenden Sinn Bricolage, also nicht nur das Sammeln und Strukturieren eines Repertoires an Erfahrungen, Ideen und Materialien, sondern auch eine spielerische Kombination dieser, ein angstfreies und lustvolles Prototyping (Hintergrund zum Begriff siehe zB diesen Fachartikel).

Thema war bei der #dghd17 interne Kommunikation, also auch die Frage wie sich hochschuldidaktische Themen gut vermitteln, anbringen lassen. So habe ich die Teilnehmenden gebeten zunächst auf einige zentrale Improvisationsregeln hingewiesen, also, dass sie nichts falsch machen können und sie sich der allerersten Idee anvertrauen können die sie haben und dass dabei auch Ideen entstehen dürfen, die im ersten Moment banal oder gewöhnlich erscheinen (mehr siehe hier).

Dann habe ich eingeladen sich dem Nachbarn / der Nachbarin zuzuwenden und sich vorzustellen. Ein Schritt der gerade auch für diese Methoden immer wichtig bleibt und zu einem vertrauensvollen Miteinander beiträgt. Weiters dann sich die aktuell dringendste Herausforderung in der internen Kommunikation zu Hochschuldidaktik zu berichten. Und zwar in einer bewusst kurz angelegten Zeitspanne (1 Minute). Weiters dann darauf zu achten, ob es bei diesen beiden Herausforderungen ein übergeordnetes Thema gibt.

Der nächste Schritt war zunächst das Prinzip der Wort-für-Wort Assoziation miteinander auszuprobieren. Ich habe dann nach ca. 2 Minuten nachgefragt, ob sich schon in dieser Geschichte Hinweise, Ideen und Handlungsoptionen für das vorher gefundene Thema gefunden haben. Dann folgte die Bitte, die Übung mit der Vorgabe zu wiederholen, miteinander eine mögliche Lösung zum Thema kollaborativ zu entwickeln. In beiden Schritten zeigte sich ein Effekt, den ich oft beobachte: Die anfängliche Zuwendung aus dem gegenseitigen Bericht einer Herausforderung wurde in der Körpersprache, im Augenkontakt, in zuwendenden Gesten noch intensiver. Der Energielevel des gemeinsamen Tuns stieg merkbar an, auch im Sinn von höheren Tempo, etwas höherer Lautstärke und auch Lachen.

Abschließend lud ich ein Gruppen mit drei bis vier Personen zu bilden und mit der Grundmethode des Solution Threesome umzusetzen, in diesem Fall mit der Variante, dass ein vierter Satz eine Art ‚Moral der Geschichte‘ bilden sollte. Wieder wurde merklich intensiv und lustvoll gemeinsam gearbeitet.

Im Debriefing wurde auf die lustvolle und zugleich intensive Atmosphäre hingewiesen, darauf, dass unkonventionelle und spannende Ideen entstanden, auch durch das aktive Zuhören und das innere Weiterdenken von ausgesprochenen Worten und Sätzen anderer Teilnehmender. Eine Teilnehmerin gab an sich überfordert zu fühlen. In einem Gespräch danach haben wir auch darüber gesprochen, dass es bei dieser Vorgangsweise ein sehr, sehr hohes Tempo gewählt wurde und manche Zwischenschritte angesichts des engen Zeitrahmens (15 Minuten) weggelassen wurden bzw. auch die Phase des Aufwärmens, also des aufeinander und die Methoden einlassen sehr, sehr kurz ausfiel.

Insgesamt eine sehr gelungene Umsetzung, die einmal mehr viele Potentiale von Improvisationsmethoden auch für das Finden und Konkretisieren von Ideen für als herausfordernd erlebte Themen / Situationen zeigte.

Bei einer weiteren Umsetzung mit einem ähnlich engen Zeitfenster könnte die Aufwärmphase durch eine Veränderung der Sesselanordnung im Raum unterstützt werden, was in diesem Fall innerhalb von einer Minute machbar gewesen wäre. Weiters wäre eine ergänzende kleine Körperübung möglich gewesen (im Sitzen oder vielleicht noch besser kurz im Stehen) im Sinn von: Ich gebe einen Impuls, Du reagierst mit einem Impuls usw. So wären die Barrieren, für einige beim Tun vermutlich noch niedriger gewesen. Auch für die Weiterentwicklung wichtig ist einmal mehr die Frage der Dokumentation entstandener Ideen. Ein gleichzeitiges Mitschreiben hätte hier das Prinzip der Überforderung zu stark ausgereizt, denkbar wären Tonaufnahmen.

 

Angewandte Improvisation im Gesundheits- und Sozialbereich

Angewandte Improvisation (siehe auch hier) / Improvisationsmethoden können auch im Gesundheits- und Sozialbereich auf mehreren Ebenen zum Einsatz kommen, u. a.:

  • Im Bereich der Aus- und Fortbildung
  • In internen Weiterbildungen und Teamtrainings
  • Im Konfliktmanagement und in der Mediation
  • im Rückmelde- und Fehlermanagement
  • in der Beratungs- und Begleitungsarbeit von KlientInnen, PatientInnen und Angehörigen
  • im Projektmanagement bzw. als Projektmethode
  • als Forschungswerkzeuge
  • für dialogorientierte Präsentationen

(Neu) Gelernt, eingeübt und vertieft werden Fähigkeiten wie:

  • gegenseitige Unterstützung
  • achtsames Zuhören und Empathie
  • wahrnehmen, aufgreifen, nutzen und weiterentwickeln von Ideen und Vorschlägen, sowohl eigener als auch jener von anderen
  • Finden, Auswählen, Konkretisieren von neuen Ideen sowie die Reflexion von Umsetzungsschritten dazu
  • Selbstsicherheit

Aus der Perspektive der in diesen Feldern tätigen Berufsgruppen ermöglichen, unterstützen und begleiten Improvisationsmethoden:

  • interdisziplinäre Zusammenarbeit
  • das Entstehen, die Arbeit, die Reflexion von Teams
  • einfühlsames Erklären von Fachbegriffen sowie von Methoden / Instrumenten zur Anamnese, Behandlung, Rehabilitation…
  • das Überbringen von „schlechten Nachrichten“ (etwa in Bezug auf Krankheit oder den reduzierten Zugang zu Sozialleistungen)
  • den Umgang mit als herausfordernd erlebten Situationen
  • den Umgang mit ständigen Veränderungen und Neuerungen
  • ein selbstwirksamer Teil des Unplanbaren zu sein, anstatt sich von diesem überrollen zu lassen
  • Stärkung von Resilienz und Prävention von Burn Out

Aus der Perspektive von PatientInnen, KlientInnen, BewohnerInnen, NutzerInnen ermöglichen, unterstützen und begleiten Improvisationsmethoden:

  • Das Finden und Ausformulieren (und / oder zeigen) von Bedürfnissen und Wünschen
  • Umgang mit „schlechten Nachrichten“
  • Handlungsoptionen für das eigene Leben (neu) entdecken, konkretisieren und die Umsetzung reflektieren
  • In einen intensiven und bereichernden Dialog mit anderen PatientInnen, KlientInnen, BewohnerInnen, NutzerInnen zu gehen
  • Lernprozesse sowie Health Literacy in einem umfassenden Sinn

 

Rhetorik mit der Kraft der Improvisation

Bericht von einem Workshop im Rahmen des SKILL-Fortbildungsprogramm an der FH St. Pölten am 4. 11. 16 von Lukas Zenk (Donau-Universität) und mir.

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Impulses to really see / here / perceive each other

A paradigm for any form of improvisation is, to notice what others around you are doing and also to use impulses offered by these people. That sounds quite normal, naturally, self-evident. One point is, that we often forget to do it, another one is that again and again it is important, to practice to do it and how to incorporate, use, evolve, to connect impulses.

I will tell in this blogpost about several approaches to that, I encountered lately.

At the improvisation theater festival moment in Vienna (September 2016) I attended a workshop of Rob Ben Zev: We used various association games, e. g. one similar to a “Yes, and…- game” and also played short scenes. One rule, we used in the whole workshop: Use words, parts of sentences, whole sentences that your partner used before. So if he/she says “Hello, Susan!” you either have to incorporate “Susan” or “Hello” or both in your own sentence. Rob also told us, to hold eye contact during exercises, to make sure, to stay in contact and not to search for inspirations in thin air around us (ceiling, floor, wall, window – just looking away). We used both approaches afterwards in the improvtheater group I am part of, and decided also to use movements of the other person we perceive. You can only use words / movements of others if you are aware, they are here, that they are – to speak with Patricia Madson – presents in the room, you are invited to use.

In this workshop I also got another deep insight in the “Improv rule” of “follow the follower”: I am using mirror games and “copying each other” – games a lot. Rob told us from the beginning of the method we did in pairs, that we should do and react at the same time, that both of us are giving bodily inspirations and copy them at the same time. I lately experienced a method, that could also be seen like an intimate variation of that: Pairs. Both raise their hands as a starting point to the level of the own shoulders, the palms of your hands show to you. The backsides of the hands connect. Both persons start to move their hands in a play of giving and taking impulses of movements at the same time.

Dr. Duncan Marwick is an expert and practitioner on playbacktheater, who facilitated a workshop at the “Impro talks symposium” (Zurich, Oktober, 2016). He referred to the Meisner technique, that for sure is also relevant for any use of methods of Applied Improvisation.  I described one method (a ball game) he used here. Another one was this:

A pair, looking at each other closely. One of them is saying something, he or she sees. The very first, obvious thing. It might be a detail on the face or on the clothes. It might be, that the other person Is wearing glasses or a blue shirt. Now look to another spot in the room. Say something different, you remember. After trying this for some time: Choose one observation like “You have brown eyes” and say it, your partner repeats that (or “You have brown eyes” and “I have brown eyes”). Using the same line, this dialogue goes on for about two minutes. Notice small differences in language and if they are used by the partner, like pace, breathing, rhythm…

The observation, choosing one thing to say and repeat is afterwards also used while:

  • Sitting back to back
  • Sitting back to back, stand up together and sit down together for the next two to three minutes
  • Stand side by side, your shoulders and arms touch. While repeating kneel down at the same time and stand up again
  • One partner is standing behind the others – he/she is touching the other. While repeating try to be the one, who stands in the front in a playful, tender and at the same time energetic way (you want to be in the front!)

This results in really taking in the other one, start to notice and react on very subtle, “small” variations. A focus is on the relationship and it’s development.

I also attended the workshop “The story is in your partners eyes”, designed and facilitated by Odile Cantero at a improvisation theater festival in Zurich (Oktober 2016).  I often use this game she used as a start: Standing in a circle, pointing to another person and saying his or her name (often I use the variation of just saying “You”) and waiting to be acknowledged by a “Yes”.  At this instance walking to the place, this person is standing while in the same time, he/she points to someone else, saying the name, waiting for acknowledgment and is starting to go, before the person who pointed to him/her has reached his/her place.  The next step is to stop saying the name and just look at the person. And he or she acknowledges with a small nod. Odile then took another step further: Also the small nod isn’t used any longer.

She then did some “eye yoga” with us. The basic structure: Everybody is looking at one person. This person turns his/her head to someone and instantly everybody is looking to him or her.

She afterwards told us, to choose a partner and while a four minutes piece of music playing to look for the whole time in his or her eyes. Very impressive and inspiring!

Afterwards we did small scenes, most of them inspired by a music played at the beginning. One important starting point and constant side coaching was: Look in the eyes at your partner. Not on the floor, not on your hands, not somewhere on the stage. It was astonishing easy to get inspirations and impulses from this constant looking at each other.

Too many things at the same time? Yes, and – needs “space”…

I have been invited as a speaker to “Impro talks symposium” (Zurich, Oktober, 2016) organized by Gunter Lösel (Institute for the performing arts and film at Zurich University of the arts). One workshop was done by the marvelous Dr. Duncan Marwick. He is an expert and practitioner on playback theater, he worked with the participants with different games.

In this blogpost I want to concentrate on the very first game he used. A ball game. I hate ball games. Hate is probably the wrong word: My experience is, that it is very hard for me, to catch balls, I often let them drop, even if I try very hard not to. So for this occasion another word is (mental) overload. I get frustrated very fast and the feeling, that I can’t be a part of this game is getting overwhelming. Often I drift in a set of mind that is dominated by resignation and growing apathy. Of course this results in reducing the chance to catch a ball near or equal zero. I even get the feeling, that I am bad in throwing balls so that other can catch it “properly”. And this feeling often influences my actions.

What is more, I think that I notice that other people in the group get impatient. Even angry about my incompetence – or worse, some even laugh, when I drop a ball just another time. (Which of course is seldom connected to me but it feels like it). And I feel like people stop to throw balls for me.

Why I am describing all this is, that I sometimes hear similar things from people who watch or take part in improvisation activities.

Hold it! Isn’t it just this Christian, who often and often tells how awesome improvisation is, how valuable, how inspiring and energy giving, how it connects and includes people and fosters participation? How it makes people get a better grip in their life, feel and use more self efficacy? How it fosters to cooperate more intense, get loads of fantastic ideas? Yes, and I just used some approaches and tools of applied improv at a conference and some people told me things, very similar or just with the exact words as I used, describing my “ball experiences”.

Someone at this conference even said aloud, it is an issue of not-inclusion: There are people who are (who think and feel, they are) slower. There are people bringing in ideas and words faster, sometimes pushing hard, taking all the room that is there. And some people step back – feel outside the game – they even can’t see any “balls” flying – the noun balls is used here for words, ideas, contributions of any form and given in different ways. They get frustrated and – see my description above…

So what now?

Back to Duncan Maverick ball game: He used “balls” shaped like a small pyramid, very soft and still good to throw and easy to catch. He throws one ball, and participant throw it around in the circle. He introduces a second, a third, a fourth… a ninth ball. And again and again tells (or shows through his actions) us:

  • Yes, there are many balls
  • Yes, you won’t see them all
  • Yes, you won’t have enough time, to sort your mental thinking
  • Yes, you will drop some and it doesn’t matter
  • Perhaps you will catch one but there is a not too small chance, that no one will notice
  • Perhaps you will catch a ball and forget to look at / for other balls that are coming after split seconds
  • Yes you will throw balls at people, who aren’t watching you (or the ball), because they are in someway distracted – so they won’t be able to catch the balls and it is not your fault
  • Yes some people will throw balls to you, even if you are far too late / not at all looking in their direction
  • You will pick up balls you dropped, that are lying around, that were thrown for other people
  • …perhaps you will even run for a ball, lying on the floor, to be the first to take it up and throw it
  • you will throw two or three balls in the room – some will be stranded in the middle of the room, but split seconds after that picked up and brought back in the game

What happens is after three or four rounds with the – for me well known – frustration I start to let go. I start to laugh. I start to be faster.  I even catch a ball. And it is fine but I don’t depend only on this feeling of “success”. I am in the middle of the game. Feeling connected to the other people, together inventing different ways to catch / throw balls, to alter the rules of the game, to play with being near and far, being fast and slow. So it also could be defined as a cooperate research process on ball games, on connectivity, on cooperation, on finding / evolve / connect / merge ideas.

So what was necessary to reach this state of mind, to once again (co)create the improflair?

Duncan Maverick didn’t use any warm ups. He used a room that is big enough. He helped us to shape a circle together. He threw the balls and explained all the times. And he named the frustration. The eagerness to succeed to “properly” throw and catch balls. And told us, there is no “properly” way to do it. That there are infinite variations how to do it. And he kept on telling this, succeeding to plant seeds of joy and laughter and working together – creating a safe place for really anybody.

Of course at this very workshop it also was helpful, everybody knew that Duncan will use unusual methods, performative approaches, will work with “overloading”.

To sum it up, some findings:

  • Methods of Applied Improvisation can be used and are useful in any setting
  • They help to generate lots of ideas in an amazingly short time
  • They foster cooperation and collaboration – between a lot of people in a room, also among people how don’t work together normally, meet for the first time
  • You can use methods of Applied Improvisation without warm ups
  • You can incorporate these methods in “tight” places (e. g. not much time)

And if you do that, some people will feel out of place, mental overloaded, have the feeling they are to “slow” for “that” kind of activities, to less creative. You won’t succeed in including all people. Some even will feel excluded and frustrated.

So if your aim is more inclusion it is important to:

  • Have enough time (and “space” like a good place with enough light…)
  • …explain some concepts of Applied Improvisation at the beginning / in between (say yes and, let your partner shine, follow the follower…)
  • To start with warm ups (using espcially Impulses to really see / here / perceive each other)
  • To build upon the warm ups with very basic methods, where everybody is playing / doing at the same time
  • To slowly increase the pace, the challenge of the methods
  • To do a lot of supportive, encouraging side coaching
  • To integrate debriefing

Angewandte Improvisation und Wissensmanagement

Was genau unter Wissen zu verstehen ist und wo die Grenzlinien zu Informationsaustausch oder Bildung liegen, dafür gibt es sehr unterschiedliche, teils einander widersprechende Definitionen. In meiner langjährigen beruflichen Tätigkeit durfte und darf ich immer wieder Prozesse begleiten und gestalten, bei denen es u. a. darum geht, wie ich als jemand der/die etwas tut, anderen Personen erklärt, was und wie sie es tut. Zum einen um Verständnis zu ermöglichen. Zum anderen um so oft wie möglich Mitgestaltung zu unterstützen.

Ein weiterer Aspekt ist, dass in einem bestimmten Teilbereich – etwa einer Organisation, eines Unternehmens oder in einem Teil eines Projekts oder  eines Bildungsangebots Erfahrungen und/oder Informationen vorhanden sind. Die Fragen sind dann u. a.: Wie können andere dieses Wissen nutzen? Und wie können sie es in einem anregenden, interaktiven Miteinander mitgestalten? Wie kann Vorhandenes aus neuen Perspektiven betrachtet, auf oft unkonventionelle Weise verknüpft, als Ausgangspunkte genutzt werden?

Wieder ein anderer Aspekt ist, wie neues Wissen, wie Ideen entstehen. Wie unter immer wieder hohen Alltagsdruck und einem manchmal starken Ausmaß an erforderlichen Routinen Innovation möglich ist.

All das und mehr sind Aspekte, bei denen Haltungen und Methoden aus der Angewandten Improvisation in einer sehr vielfältigen Weise hilfreich sind. Auch darum sehe ich Wissensmanagement als wichtiges Feld für die Anwendung und Weiterentwicklung von Improvisationsmethoden. Auch darum unterrichte ich im Masterlehrgang Wissensmanagement an der FH Burgenland, bringe die Methoden, Haltungen und mich ein bei Veranstaltungen wie dem Barcamp Wissensmanagement ein – dort habe ich eine lebendige WOrtwolke umgesetzt (siehe diesen Bericht aus dem gfwm-Newsletter). Bin Mitglied bei der Gesellschaft wie Wissensmanagement und bei deren österreichischen Arbeitsgruppe für kreative Formate.

Dort war ich zuletzt mit Lukas Zenk, Agnes Böhm und Susanne Pöchacker unterwegs. Wir haben mit unterschiedlichen Methodenimpulsen, Angewandte Improvisation erlebbar gemacht und mit den Anwesenden über Anwendungsformen sowie Rahmenbedingungen dazu nachgedacht.

Ich habe mit einem Assoziations-Ping-Pong (in Tandems) gearbeitet sowie nachgefragt, welche roten Themenfäden in diesem Miteinander entstanden sind. Einige davon waren dann in Kleingruppen Ausgangspunkte für eine Wort für Wort Geschichte, wo ich dann nachfragte, wer der/die HeldIn der Geschichte war und welche positive Eigenschaften diese/r hatte. Andere rote Themenfäden dienten dann dazu, eine Frage zum Thema Wissensmanagement zu formulieren und mit einer Wort-für-Wort Geschichte gemeinsam nach Antwort(en) zu forschen.

All dies diente dann als Aufbau um miteinander mit 3-Satz-Lösungsgeschichten zu arbeiten sowie wichtige Erkenntnisse daraus in spontanen Körperbildern zu präsentieren. In einem letzten Körperbild fragte ich, wie sich die Methode einsetzen ließe – es entstand eine sehr bunte Vielfalt an Bildern, die dann später, in einer gemeinsamen Abschlussrunde in Wörter transformiert wurde.

Danke für diese Gelegenheit zum gemeinsamen spielenden Forschen, gemeinsamer Kreation, Weiterentwicklung, Verknüpfen und Erschaffen von Wissen! Hier noch die Bilder zu diesem Event.

Rückblick 1 Jahr Arbeit an Dissertation improflair & Ausblick

Wie berichtet habe ich am Ende des vergangenen Sommers mit der Umsetzung meiner Dissertationsarbeit begonnenn zum Thema des Einsatzes von Methoden aus der angewandten Improvisation offline und online im Bereich der tertiären BIldung. Dazu habe ich jetzt einen Rückblick der Aktivitäten zusammengestellt sowie einen Ausblick auf das laufende / kommende Dissertationsarbeitsjahr.

Schön vielfältig und spannend! Ein großer Dank hier an einige Menschen, die diesen Weg ermöglichen / begleiten, besonders an meinen Doktorvater Christian Spannagel, an Alexandra Kolm und Heidi Ramler von der FH St. Pölten, sowie ebenso von dort an Sepp Weißenböck meinen „hausinternen Mentor“ und meinem Kollegen Wolfgang Gruber. Weiters an Annette Hexelschneider, mit der ich gemeinsam impromäßig noch einiges vorhab und die sich von meiner Begeisterung anstecken läßt. Dank gilt auch den Menschen, denen ich bei der AIN Konferenz im August in Oxford begegnen durfte, von wo ich mir wieder viel Kraft und Inspiration mitnehmen konnte. Und natürlich auch Danke, an meine allerliebste Barbara, meine Kinder und Bonussöhne sowie an Swetlana für ihre Geduld sowie unterstütztende Worte und Taten!

Vielfältige Wissenszugänge & jede Menge Improvisation #mawm2018

Am 9. 9. 2016 habe ich erstmals im Masterlehrgang Wissensmanagement der FH Burgenland (#mawm2018) unterrichtet. Bei einem nachkongresslichen nächtlichen und regnerischen Heimweg hatten Barbara Geyer-Hayden und ich dafür Grundsteine gelegt. Ich setzte bei der Planung Prinzipien des Inverted Classroom (siehe diese 2 Seiten Überblick) um, nach dem Motto: „Nicht nur Wein predigen, bitte auch trinken.“ Und es ist eine Lehrveranstaltung, bei der Angewandte Improvisation und so mein Weg zur Dissertation eine wichtige Rolle spielen.

Als Planungstool für die verschiedenen Phasen – Selbststudium, Fernlehre und Präsenzeinheiten – verwendete ich Excel.

Positiv:

  • Automatisierbares Zusammenzählen von Zeitdauern
  • Einfaches „Einfärben“ von Zellen, Zeilen oder Spalten möglich
  • Begriffe, die einmal in der selben Spalte zum Einsatz kommen, können mittels Auto-Vervollständigen leicht vielfach eingesetzt werden

 

Was fehlt:

  • Einträge die gemacht wurden (Zellen, Zellteile, ganze Zeilen) mit drag und drop woanders hin platzieren können
  • Ganz einfache Zuordenbarkeit von Inhaltselementen zu Lernzielen auf Ebene Inhalte / Kompetenzen
  • Option ausführlichere Beschreibungen als „Pop ups“ einzufügen

Ich habe den Lernenden verschiedenste Vorbereitungsmaterialien – darunter Links zu Videos – zur Verfügung gestellt. Dazu habe ich eine Beschreibung ergänzt über die kompetenzorientierten Ziele der Lehrveranstaltung sowie mein o. a. Excel-Sheet – zudem ein vier Minuten Video, in dem ich den Ablauf nochmals erklärte.

Hier nun ein Einblick in den ersten Präsenztermin:

Nach einem Überblick zum Verlauf des Tages, dem Einführung des Prinzips der „Ruhe-Hand“ und dem Erwähnen / Erklären der Begriffe „Serendipität“ (‚zufälliges‘ Entdecken von unerwarteten Wissen) und „Interdependenz“ (im positiven Sinn ein aufeinander verwiesen sein) haben wir den Raum gewechselt – er war zwar groß genug und mit Sesselkreis ausgestattet und gleichzeitig auch sehr, sehr warm. Bei der FH Burgenland gibt es einen großzügig angelegt offenen Bereich mit Sitzgelegenheiten aus Stein. Dort starteten wir dann mit soziometrischen Übungen.

So stellten sich – jeweils mit Nennung des Vornamens – die 37 Anwesenden zunächst  an ihrem Geburtsort, dann an den Ort der Grundschule (inzwischen achte ich darauf, dass hier nicht nur die Stadt, sondern der exakte Stadtteil genannt wird, um noch deutlicher sichtbar machen, dass wir alle schon in unterschiedlichen Intensitäten Migrationserfahrungen haben) und dann an den Ort der weitergehendsden Ausbildung (inkl. benennen deren Art). Obwohl die Teilnehmenden teils relativ weit auseinanderstanden, waren alle Angaben meist sehr gut hörbar, auch durch eine Atmosphäre des interessierten „aufeinander Hörens“. Für diese Vorgangsweise ist die Zahl der Teilnehmenden grenzwertig hoch – im Sinn von: Es dauert relativ lange, bis alle ‚dran‘ waren. Zu überlegen ist, bei noch mehr Teilnehmenden die mehrfache Nennung des Namens wegzulassen und einen Austausch über den Ort in ‚Regionen‘ zu etablieren, also unter Personen die aufgrund ähnlicher Geburtsorte nahe beieinander stehen.

Darauf aufbauend aus dem Feld der soziometrischen Übungen: Zwei „schnelle“ Linien: Die erste mit Vornamen von A bis Z und dann der Einladung, möglichst laut jeweils den eigenen Namen und den Namen der daneben stehenden Person zu nehmen – eine Verkürzung des Prinzips, „Ich bin X, links neben mir steht Y und rechts Z“. Also eine nochmalige Nennung aller Vornamen.

Die zweite Linie – mit der Auflage dies ohne Nachfragen und nur nach Einschätzung anderer Personen umzusetzen – nach der Dauer der wöchentlich verbrachten Zeit im Internet in Stunden. Dann eigener Name mit Stundenangabe, Name Person daneben mit Angabe der vermuteten Online-Stunden. Sichtlich eine ungewohnte Fragestellung bzw. eine wo manche „kommt darauf an“ antworten würden. Manche nur halb ernst gemeinte Schätzungen – „18,5 Stunden“ – wurden mehrfach vom/von dem/der PartnerIn genauso bestätigt. Gleichzeitig entstand so die Grundlage für eine kurze anschließende Diskussion über die Wichtigkeit der Art der Fragestellung im Wissensmanagement und wie unterschiedlich diese dann interpretiert werden kann. Weiters der Hinweis, dass eben Mediennutzung ein Teil der persönlichen Lernumgebung ist und es hilfreich ist, diese bewusst wahrzunehmen und gegebenenfalls zu verändern.

Dann noch Cluster zu dem Thema der beliebtesten Art und Weise, sich Wissen anzueignen. Außer zwei Personen ordneten sich alle entweder einer Gruppe „Internet“ und einer Gruppe „andere Personen fragen“ zu. Diese beiden Gruppen lud ich dann ein in 4er-Gruppen Erfahrungen der Wissensaneignung mit diesen Herangehensweisen zu teilen. Ich diskutierte mit zwei Teilnehmenden den Zugang „Bücher“ sowie die Frage, ob nicht das erste Thema die Hinterfragung der Frage ist.

Wesentliche Ziele dieser Lehrveranstaltung sind auch Ideen und Ausgangsmaterialien für die Gestaltung eines eigenen Blogs / E-Portfolios zu sammeln sowie für ein noch anzulegendes eigenes Lernlogbuch (siehe diesen Hintergrund). Ein zweiter Grund, um nun biographische Methoden einzusetzen (Hier: Leben in sieben-Jahres-Schritten, Lernerfahrungen, Ressourcen dahinter sowie Etwas, das mit gelungen ist in den letzten sieben Minuten und eine Ressource dahinter. Austausch zu dritt mit Achtsamkeit: Was gab / gibt es bei mir auch? – siehe diese ausführlicheren Einblicke in biographisches Arbeiten).

Nächster Schritt war dann der Einsatz von bewussten Gehen mit folgenden Varianten:

  • Immer schnelleres gehen // in Zeitlupe gehen -> Unterschiede wahrnehmen
  • Stop & go
    • Stop & go mit der Vorgabe: Wer losgeht, bringt ein Thema, eine Frage, eine Vorgangsweise aus dem Wissensmanagement ein
    • Debriefing zur Frage, was beim Tempo bzw. der Methode insgesamt aufgefallen ist // welche Querverbindungen zu Wissensmanagement hergestellt werden konnten
  • Zu dritt Lebensstationen / -wege nachgehen, die anderen kopieren so exakt wie möglich
    • Austausch: Eine Bewegungsvorgabe die mich interessiert und Achtsamkeit ob bei der Erklärung Resonanzen zum eigenen Leben entstehen // am Ende: dem/der anderen eine Stärke mitteilen, die bei dieser Übung wahrgenommen wurde

Auf den bisherigen Schritten aufbauend dann die Methode Ressourcenkleiderschrank – nach einer Pause Rückkehr in den ursprünglichen Raum mit der Phase: gegenseitige Wahrnehmung der Ergebnisse inkl. Finden von min. 5 Ressourcen aus anderen Kleiderschränken, die „ich auch habe“.

Thematisch behandelt wurde dann mit dem Instrument der „Kommunikationslandkarte“ die Frage: Menschen, Orte, Institutionen es in meinen beruflichen / privaten Leben gibt, wie nahe mir diese erscheinen und wie intensiv der Austausch von Informationen / Wissen / Erfahrungen aktuell ist.

Als weiterer Schritt ein gemeinsames Definieren, was alles zu einer Persönliche Lernumgebung (PLE; siehe diesen Hintergrund) gehören kann. Eingesetzt wurde hier ein Etherpad (http://titanpad.com), um das kollaborative Arbeiten im Raum zu unterstützen. Zudem padlet, um Ausgangspunkte für eine PLE der Gruppe zu etablieren.

Eine mögliche Sichtweise ist, dass erst an dieser Stelle nun zum zweiten Mal nach dem bewussten Gehen Methoden der Angewandten Improvisation zum Einsatz kamen. Diese sollen im Laufe der Lehrveranstaltung ebenso als Werkzeuge für das Wissensmanagement erfahr- und nutzbar werden sowie den gemeinsamen Lernprozess unterstützen und voranbringen.

Eine weitere Sichtweise ist, dass für den Einsatz von Improvisationsmethoden (siehe diese Hinweise) ein Aufwärmen hilfreich sein kann, zu dem u. a. auch das gegenseitige Kennenlernen gehören kann. Dies trägt zu einer Atmosphäre bei, die von Kooperation auch aufbauend auf einem basalen gegenseitigen Vertrauen geprägt ist. Insofern kann der Aufbau des Tages auch als Verknüpfung verschiedener Ansätze gesehen werden, bei denen sich dann die Improvisationsmethoden sehr gut und logisch einfügten.

Ein Ziel war dabei, Improvisationsmethoden zu erleben als Ansatz des gemeinsamen Forschens und des gemeinsamen Arbeiten an / Schaffen von Wissen. So arbeiteten wir zuerst in Triaden mit einem Assoziations-Ping-Pong  – hier war dann die Einladung, gemeinsam zu reflektieren, welche ‚rote Themenfäden im gemeinsamen Arbeiten aufgetaucht sind. Es ist hier bereits 19 Uhr, im Raum ist es trotz einer leichten Abendfrische sehr warm und stickig, es war schon ein langes und intensives Arbeiten. Und sehr schnell entsteht in den Triaden wieder Energie, durch die Körperhaltung und intensiven Augenkontakt merkbare Zuwendung und aufeinander Hinhören, lachen.

Dann in 6er-Gruppen: Einen dieser Themenfäden als Vorgabe für eine gemeinsame Wort-für-Wort-Geschichte ohne Vorgabe. Als Reflexionsfragen dazu: Wer war der/die HeldIn der Geschichte? Was hat/er sie gelernt? Was war die entscheidende Wendung der Geschichte? Drei Erkenntnisse, die die Kleingruppe aus der Geschichte gewonnen hat.

Auch hier ein sehr intensives Tun. Dann die Vorgabe: Eine von mir gewählte Person aus der Kleingruppe stellt eine Frage, „die ich schon immer zu Wissensmanagement hatte“ und beginnt eine Wort-für-Wortgeschichte, die Antworten finden soll. Merkbare Intensivierung des gegenseitigen Zuhörens, auch in der Körperhaltung. In einer Gruppe taucht das Thema auf, ob sich durch einen solchen Ansatz tatsächlich Antworten finden lassen. Ich lade dazu ein, nochmals achtsam, intensiv und wertschätzend auf die entstandenen Impulse und Ansätze zu sehen bzw. weise darauf hin, dass unabhängig von einer Methode sich nie alle Antworten finden lassen und gleichzeitig wertvolle, inspirierende Fragmente, die sich zu Bildern verdichten können.

Mit derselben Vorgabe dann arbeiten im ABC-Modus.

Abschließend eine Transformationsstatue um nochmals den Blick auf eigene Ziele im Lehrgang zu lenken. Nahezu alle beteiligen sich nochmals mit einer merkbaren Energie und neugierigen Experimentieren.