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Mathe? Ich? Oh ja! ImproImpulse im #mathemooc

In diesen Post werden die ImproImpulse für den MatheMooc14 reflektiert, die nun auch im MatheMooc15 zum Einsatz kommen, zunächst ein Rückblick wie alles begann, dann werden HIntergründe zu den Methoden vorgestellt.

Bekanntlich ist Improvisation eine meiner großen Leidenschaften. Noch genauer: Angewandte Improvisation, also der Einsatz sehr vielfältiger Methoden in Settings wie Beratung & Coaching, Unternehmensberatung, Teamtraining, Projekt- und Fehlermanagement, Design oder natürlich Lehre in allen Bildungsfeldern. Schon länger verfolge ich, was Christian Spannagel so im und außerhalb des Internet treibt und finde das sehr inspirierend. Ganz persönlich und direkt durfte ich seine Spontanität bei der Tagung der GMW#14 in Zürich erleben, wo auch dieses schöne Impro-Video entstand.

Unmittelbar vor dem Start des aktuellen Durchgangs (2014) des Mathe-MOOC (Link zum Kurs auf iversity / Link zum Blog zum Mathe-MOOC) habe ich Christian gefragt, wie es wäre dort „ImproImpulse“ einzubringen (dazu habe ich auch dieses wachsende und für Ergänzungen sehr dankbare Brainstorming in einem editierbaren google-Dok begonnen).

Die Welt der MOOCs erlebe ich schon lange als sehr spannendes Feld und schätze sie auch aufgrund der vielen, sehr unkomplizierten und direkten Kontakte die dort entstehen. Und weil dort eine Art von Lernen möglich ist, die sehr bereichernd ist: Ideen aufgreifen und einbringen, miteinander verknüpfen, einander Fragen stellen und beantworten oder auch gemeinsam neue Fragen stellen sowie nach verschiedenen Antwortvarianten danach suchen bzw. wie sich diese in verschiedensten Alltagswelten auswirken. Sehr oft entstehen also viele Ebenen, auf denen sehr intensiv kooperiert wird und gleichzeitig viel Spontanität stattfindet. Alles also Elemente, die für mich auch Angewandte Improvisation ausmachen. Wie deren Ansätze und Methoden Formen von Kooperationen von Lehrenden und Lernenden im Bereich der höheren Bildung fördern können wird bald Thema eines Doktoratsprojekt von mir sein, bei dem mich Christian begleitet. Hier dazu erste Ausblicke.

Ich erlebe es als sehr lustvoll mit den ImproImpulsen im Mathe-MOOC auch mein Mathetrauma aufzuarbeiten und schön, welche spannenden Reaktionen entstehen. An einigen „Ecken“ im Mathe-MOOC sind so tatsächlich auch intensivere Formen der Zusammenarbeit von Teilnehmenden entstanden. Als Beleg dazu sammle ich sowohl die Beschreibungen der Einheiten (inkl. Screenshot) sowie Reaktionen der Teilnehmenden auf die ImproImpulse in Googel-Doks. Dort sind auch Links zu den produzierten Kurz-Videos, die zusätzlich auf YouTube gestellt wurden – Kommentare zu diesen auch in Form als Antwort auf die Impulse im Video sind jederzeit auch außerhalb des Mathe-MOOC herzlich willkommen.

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„Digital macht schlau“ braucht Rahmenbedingungen

In der Dezember-Ausgabe von GEO erschien der bemerkens- und lesenswerte Artikel „Digital macht schlau“ (Autor: Jürgen Schäfer, der übrigens auch das spannende Buch „Genie oder Spinner – sind wir offen für Neues geschrieben hat n-tv beitrag dazu, bild der wissenschaft Beitrag). Laut Facebookeintrag im Facebook-Auftritt von GEO löste dieser heftige Reaktionen, positive und negative aus.

Bemerkenswert ist die sehr positive Betrachtungsweise digialer Medien. Es wird zwar der scheinbar allgegenwärtige Manfred Spitzer (ein Wissenschafter, der ansonsten viel Spannendes, Konstruktives sagt) mit seinen ärgerlichen Aussagen zu den „Gefahren“ digitaler Medien zitiert und gleichzeitig auf Analysen hingewiesen, die gut belegte Kontrapunkte dazu setzen.

U. a. vorgestellt werden verschiedene und nachahmenswerte Beispiele, wie digitale Medien in der Schule zum Einsatz kommen können. Ebenso eingegangen wird auf die nötige digitale Kompetenz die Lernenden für den Gebrauch digitaler Medien und dort zu findender Inhalte brauchen. Ein wirklich inspirierender Artikel in jeder Hinsicht.

Was aus meiner Sicht zu kurz kommt sind die Rahmenbedingungen. So erschien Ende November im Spiegel ein Text zu einer internationalen Vergleichsstudie, die auf mangelhafte Computerkenntnisse u. a. auch in Deutschland hinweist (Link zu den Studienunterlagen). Und: Ich bin gerade in aktuellen Weiterbildungen vielen Lehrenden an Schulen oder Fachhochschulen und Universitäten begegnet, die zwar grundsätzliches Interesse haben eine möglichst große Bandbreite digitale Möglichkeiten in den Unterricht zu integrieren aber auf verschiedene hemmende Rahmenbedingungen hinweisen. Dazu einige Impulse / Anmerkungen:

  • Es sollte nicht um ein gegeneinander Ausspielen und ein ständiges Vergleichen gehen, welche Mittel nun „besser“ seien: Ziel kann nie der „völlige Ersatz“ analoger Unterrichtsmedien sein. Gefragt ist eine gut geplante, gründlich vorbereitete, partizipativ ausgelegte und immer wieder reflektierte Kombination verschiedenster Möglichkeiten und Vorgangsweisen.
  • Grundsätzlich gilt Folgendes auch für „rein analoge“ Ansätze: Lehrende können auf eine Ausbildung und viele Erfahrungswerte zurückgreifen; gleichzeitig wichtig ist eine kontinuierliche persönliche & fachliche Weiterentwicklung, die auch auf aktuelle gesellschaftliche Trends bedacht nimmt. Das ist kein Zufall bzw. darf nicht von Einzelinitiative abhängen, sondern muss von der öffentlichen Hand, Bildungsanbietern, von (Hoch)Schulträgern, von Leitungspersonen gezielt gefördert werden. Dazu braucht es ein umfassendes, gemeinsam entwickeltes, umgesetztes und evaluiertes Konzept.
  • Besonders der Einsatz digitaler Medien und Vorgangsweisen im Bildungsbereich braucht ein Konzept oder muss Teil der vorher erwähnten didaktischen Weiterentwicklung sein. Auf jeden Fall müssen dabei ebebso Lernende und im Feld Schule Eltern sowie ElternvertreterInnen einbezogen sein. Es ist sehr bedauerlich, dass gerade viele Schulen auf Handyverbote setzen, anstatt Konzepte zu entwickeln, wie das Handy vor Ort sinnvoll eingebunden und genutzt werden kann – dabei gibt es, wie auch der GEO-Artikel deutlich zeigt, viele sehr gute und teils schon länger laufende Beispiele, auf die aufgebaut werden kann.
  • Nutzung digitaler Medien ist nicht „in die Wege gelegt“, egal wann jemand geboren ist. Ebensowenig selbstverständlich, auch wenn sie grundsätzlich angelegt sind, sind Kompetenzen wie Selbstorganisation und Eigenständigkeit, die Fähigkeit zu selbstmotivierten Lernen und Forschen. Es braucht also Maßnahmen zur Weiterentwicklung der digitalen Kompetenz, zur bewussten Wahrnehmung und Gestaltung der persönlichen Lernumgebung sowie dialog- und lernendenorientierte Konzepte auf allen Ebenen. Lehrende und Lernende brauchen also individuell abgestimmte Unterstützung.

MOOCs aktiv in Unterricht & Lehre nutzen

Claudia Bremer, Monika E. König, David Röthler und ich waren heuer, wie schon berichtet, mit einem Workshop mit dem Titel dieses Blogbeitrags bei der edidaktik-Tagung 2014 der PH der Diözese Linz dabei (Überblick & Einreichung / ein Beitrag im fnm-Newsletter s 17- 19). Hier der Link der Aufzeichnung vom Live-Stream, Kommentare und ERgänzungen gerne hier oder via #eldf14 willkommen!

Auf dem Weg dorthin entstanden sind schon folgende Impulse:

Wir haben zudem noch diesen wirklich spannenden und inspirierenden Beitrag entdeckt zu MOOCis (MOOCs in Schulen). (Wobei hier Ideen aufegegriffen werden, die Andre Spang et.al im Rahmen des Educamp in Hamburg 2013 zu einer Umsetzung von MOOCs an Schulen aufgegriffen werden).

Aktuelle MOOCs und teils auch schon abgeschlossene lassen sich hier finden:

http://www.mooc-list.com/ (bzw. mit Filter „deutschsprachig“: http://www.mooc-list.com/language/german)

Weiters ein guter Ausgangspunkt: https://www.class-central.com/ sowie ergänzend diese Listen: http://www.bdpa-detroit.org/portal/index.php/comittees/high-school-computer-competition-hscc/29-education/57-moocs-top-10-sites-for-free-education-with-elite-universities.html sowie http://moocnewsandreviews.com/mooc-resources/

bzw. diese (selbst ernnannte und durchaus hilfreiche) MOOC-Suchmaschine http://www.mooctivity.com/catalog/courses/

Aktuelle Infos zu deutschsprachigen MOOCs bietet http://moocia.de/category/moocs/

vernetztes Lernen // Rückblick auf 2 Wochen vhsmooc & mehr

Als Einstieg: Aufgrund meines Geburtsjahres (’66) gehe ich schwer als digital native durch. Gleichzeitig bin ich ein Commodore C 64 Kind und war im Studium (sehr lustig aus heutiger Sicht: Kommunikationswissenschaft mit vergleichsweise null Online-Möglichkeiten) einer der ersten, die sich auf der Plattform „Magnet“ getummelt haben. Mit Hilfe eines Modems, das zwar fürchterlichen Lärm aber kaum etwas, was „Geschwindigkeit“ gennant werden könnte, entwickelte. Schon über magnet lernte ich Menschen kennen, die ich sonst nie kennengelernt hätte. Es gab auch (ebenso auf visueller Ebene) eine Art Marktplatz mit Foren zum Austausch.

Ich fand es schon immer interessant, wie sich Informationen über dieses neue Medium auf rasante (na ja am Anfang net wirklich) Weise verbreiteten. Das Internet ist aus meiner Wahrnehmung mehr als ein Fenster zu Welt, es sind eigentlich unendlich viele. Wobei die Analogie des Fensters eigentlich zu kurz greift, weil da Assoziationen auftauchen könnten wie: „Ich schau von der Weite auf etwas, das mich erfreut, berührt, erschreckt, amüsiert, infomiert…“ Ich erlebe es & ich erlebe Lernen 2.0 – gerade auch im vhsmooc – so, dass es deutlich vielschichtiger und komplexer ist:

# Zugang zu alten (schon (teils) bekannten) und neuen Informationen (wobei damit auch im Folgenden die ganze Vielfalt gemeint ist, also Personen, Projekte (inkl. best / worst practise), Methoden, Veranstaltungen, Texte, Bilder, Videos, Musik und alle Kombinationen)

# Anregungen, vorhandene Informationen neu zu verknüpfen, zu betrachten, zu verwenden und teilweise ebenso zu verwerfen

# Einladung, Informationen zu kommentieren, zu teilen, zu remixen…

# Möglichkeiten, neue Informationen selbst zu kreiieren und online zur Verfügung zu stellen alleine, gemeinsam mit anderen sowie dazu vielfätige Reaktionen, Ergänzungen, Ideen zu bekommen

# Ideen, Konzepte, Projekte auf den Weg zu bringen, umzusetzen, zu reflektieren – auch durch vielfältige Instrumente der Visualisierung & Kollaboration

# Anregungen und Möglichkeiten, eigene Alltagswelten aus neuen Perspektiven wahrzunehmen sowie dort konkrete Schritte zur Veränderung & Weiterentwicklung zu planen / umzusetzen / evaluieren / kommunizieren

# Die Möglichkeit „fremde“ Lebens- / AlltagsWelten hautnah, sehr unmittelbar, interaktiv wahrzunehmen, daran teilzuhaben, ja auch diese mitzugestalten

Im vhsmooc wird dies bis jetzt alles durch eine mir sehr sympatische Art und Weise unterstützt und ermöglicht. Wobei die VeranstalterInnen / GastgeberInnen / ModeratorInnen es weitgehend sehr gut schaffen, selber gleichzeitig Lernende & Neugierige zu bleiben. Bereit dazu, Strukturen und Abläufe zu verändern und flexibel auf Ideen, Impulse, methodische / inhaltliche / techische Angebote, Kritik zu reagieren. Oder auch Teilnehmende dies selbstbewusst und selbstorganisiert umsetzen lassen. Vernetztes Lernen geht eben von allen gleichzeitig aus – das kann zwischendurch durchaus anstrengend sein, oder anders gesagt, birgt Chancen zu wachsen, umzudenken, loszulassen, beginnen – zu lernen und zu lehren.

Rückblick auf eeducation13 und Workshop „Improvisation meets Web 2.0“

Ich war vom 27. – 28.8. 2013 als Teilnehmer bei der eEducation-Sommertagung dabei. Weil…

  • …ich Teil einer Arbeitsgruppe im Umfeld des MOOC zu Offenen Bildungsressourcen (coer13) war und bei diesem „Schummelzettel“ für österreichische LehrerInnen mitgearbeitet habe – dieser war auch Ausgangspunkt für zwei Beiträge zum zum Open Space im Rahmen der eeducation13.
  • …LehrerInnen immer wieder eine wichtige Zielgruppe von Bildungsangeboten sind, die ich / wir (mit)gestalten dürfen
  • …ich mich sehr für die Themen e-learning / blended learning / flipped teaching interessiere und dazu auch Bildungs- und Beratungsangebote gestalte
  • …ich die – erfüllte – Hoffnung hatte, dort spannende KooperationspartnerInnen wieder / neu zu treffen und generell spannende Kontakt zu knüpfen

Bevor ich einige Eindrücke schildere: Ich hab dort auch einen Beitrag beim Open Space mit dem Titel „Improvisation meets Web 2.0“ eingebracht. Rund um das Themenfeld hatte ich hier ja schon gebloggt und ich mag hier ebenso die Dokumentation Doku_WS_eeducation13 anbieten (cc_by_nc_sa). Ah ja und nicht vergessen: Sa, 19. 10., 9.30 – 17, Linz: Kraftvoll, lebendig, ungewöhnlich: Improtools für Seminare, Lehrveranstaltungen, Projekt http://www.improweise.at/bildung_iw_seminar_kraftvoll.html

Also Rückbliocke: toll, dass sich so viele Lehrende (über 200) für das Thema E-Learning interessieren und in ihrem wohlverdienten Urlaub 2 1/2 Tage sich gemeinsam weiterbilden! Sehr beeindruckend war für mich der Geist der Kooperation, der beim Brainstorming für den Open Space spürbar war und auch die Bereitschaft der Teilnehmenden sich ebenso auf Ungewöhnliches einzulassen. EIn roter Faden durch die keynotes (siehe dazu auch meine Twitterfundstücke)  zog war das Thema: E-Learning / blended learning bietet tolle Chancen. Und es ist wichtig, dass LehrerInnen zum Thema gut weitergebildet sind. Dass sie Rahmenbedingungen vorfinden sollten, mit denen sie tatsächlich arbeiten können (als nicht nur ein PC in einem EDV-Raum, der von allen für alles genutzt wird). Dass es nicht nur reicht tolle Ausstattung, Weiterbildung oder jede Menge Tools zu haben, sondern dass es auch eine Ausrichtung des Unterrichts auf Dialogorientierung, auf Kollaboration, auf gegenseitige Unterstützung und miteinander Lernen braucht.

Einmal mehr zeigte sich, dass es sehr viele, sehr einfache und frei verfügbare Tools gibt, die diesen Ansatz unterstützen. Und auch viele Schulen, die schon ganz tolle Projekte mit Tablets, Smartphones, Web 2.0-Tools usw. umgesetzt haben.

In einem Workshop zu den Offenen Bildungsressourcen wurde zudem deutlich: Es gibt viele einzelne Lehrende, die ein kleines, feines Netzwerk haben oder auch alleine sehr engagiert und motiviert vor sich hin werken. Kooperation, überregionale Vernetzung ist kein Zufall – und wäre gerade beim Umgang mit Internet / E-Learning noch intensiver und strukturierter sehr, sehr wichtig. So schön also ein bei der Tagung vorgestelltes Konzept klingt: Min 1 Stunde in der Woche, die im Computerrarum stattfindet und alle Möglichkeiten von Web 2.0 nutzt. Dazu braucht es auch fördernde Rahmenbedingungen!

Baumeistern fördern

Teil 3 der Überlegungen zu OER nach zwei Wochen COER. Links zu Teil 1 und Teil 2.

I was eh – baumeistern ist nur bedingt ein „Duden-korrektes“ Wort. Und ich gehe jetzt zu einer Synthese aus Teil 1 & 3:

  • OER hat aus meiner Sicht etwas mit nehmen und geben zu tun – also wenn ich suche, bin ich eingeladen bei Fundstellen darauf hinzuweisen, was ich / wir daraus (wie?) gemacht habe(n), was dabei noch entstanden ist
  • „Lehrmaterialien“ im weitesten Sinne entstehen auch unmittelbar im gemeinsamen Tun
  • Ganz wichtige, ergiebige Quellen dafür sind die Arbeits- und sonstigen Lebensrealitäten der Lernenden – es geht also auch darum diese dabei zu unterstützen, Geschichten (in Ton / Bild / Video / Grafik / (Alltags)Objekten / oral & visual history…) in diesen Realitäten zu sammeln, sie zu ermuntern Fundstücke mit eigenen Eindrücken und Meinungen zu ergänzen sowie multimedial zu gestalten und dann dafür zu sorgen, dass diese „Bausteine“ lebendige Teil der „Lehrmaterialien“ für alle Beteiligten werden sowie mit möglichst vielen geteilt und weiter entwickelt werden
  • Diese Bausteine sind dann eben für andere wieder Inspirationsquelle, Ausgangspunkte, Stein des Anstoßes… – sie dürfen der „community“ geschenkt werden, mit dem deutlichen Hinweis, dass Kommentieren / Weiterverarbeiten / Remixen / neu Interpretieren herzlich willkommen und erwünscht ist

Bausteine suchen

Teil 2 der Überlegungen zu OER nach zwei Wochen COER. Links zu Teil 1 und Teil 3.

Natürlich arbeite auch ich mit bewährten Bausteinen und Materialien, freue mich, wenn ich wo eine Anregung finde, die ich gut übernehmen kann. Gleichzeitig bemühe ich mich um Flexibilität, um ein „Gestalten / Lernen am Weg“.

Beim Suchen nach OER – also möglichen Bausteinen die auch ich einsetzen kann sind mir folgende Dinge aufgefallen:

  • Oft werden OER nicht als solche bezeichnet, obwohl sie aber auch Kriterien wie eine sehr offene Creative Commons Lizenz aufweisen. Soll heißen: So hilfreich auch von mir genannte OER-Portale / Sammlung von OER-Ressourcen sind: Auch verschiedenste Institutionen oder Einzelpersonen bieten online (und natürlich auch offline) Bausteine an, die für den Unterricht ohne rechtliche Schwierigkeiten nutzbar sind. Wichtig ist also ebenso ein „thematisches“ Suchen, ein Miteinbeziehen unterschiedlichster ExpertInnen.
  • Selbst wenn etwas bei einer OER-Suche herauskommt, sind die zu findenden Copyright oder Copyleft-Hinweise manchmal sehr dürftig, nicht vorhanden oder widersprüchlich. Gleichzeitig ist es in manchen Fällen relativ leicht, Antworten von den für z. B. ein Webportal Verantwortlichen zu bekommen, wie etwas eingesetzt werden kann / darf. Dadurch können in vielen Fällen spannende Kooperationen entstehen – dazu möchte ich auf das Konzept der „lebende Bücher“ verweisen: Gutes Suchen kann als Ergebnis auch Menschen „bringen“, die mit Lernenden ihr Wissen teilen oder mit diesen gemeinsam an Neuen arbeiten!
  • Suchen braucht auch den Mut, „Suchfragen“ mit verschiedenen on- und offline communities zu teilen
  • Für andere Suchende beinhaltet auch meine Art zu suchen spannende, anregende Hinweise – es ist also hilfreich, zu dokumentieren, was Ausgangspunkte, Erfolgsgeschichten, Stolpersteine oder Überraschungen waren.

Das „Bild“ vom Lehren / Lernen

Teil 1 der Überlegungen zu OER nach zwei Wochen COER. Links zu Teil 2 und Teil 3.

Eine Frage die ich hier stelle, hat sich schon in einiger meiner Beiträge am Forum „angekündigt“:

Nach welchen „Lehr- / Lernunterlagen“ suchen wir eigentlich? (Wir auch deshalb, weil ich ja selbst ebenso Seminare für verschiedenste Zielgruppen gestalte und immer auf der Suche nach spannenden & inspirierenden Bausteinen bin).

Dazu gehört zunächst eine andere Frage: Vom welchen Bild von Lehren / Lernen gehen wir aus? Ich persönlich bemühe mich mit wechselnden Erfolgen um einen konstruktivistisch & konnektivistisch geprägten Ansatz, der u. a. durch folgende Haltungen geprägt ist:

  • Jede Gruppe ist heterogen und daher ist dort vielfältiges Wissen und einen großen Pool an Ressourcen für verschiedenste Aufgabenstellungen zu finden
  • Lernen ist ein dialogischer Prozess – wobei „Dialog“ kein Zufall ist, aktive Unterstützung braucht
  • Gerade in einer Zeit der Informations(über)fülle: Wichtige Kompetenzen sind der selbstbewusste Umgang mit verschiedenen Medien bzw. ihren Gestaltungskonzepten, die Fähigkeit kritische Fragen zu stellen und jene, „Fundstücke“ aller Art kritisch betrachten sowie in neue Zusammenhänge bringen zu können
  • Wir sind Wesen, die grundsätzlich auf Kooperation ausgelegt sind, auch diese ist weder ein Zufall noch selbstverständlich – Lernen bedeutet ebenso, Kooperation zu ermöglichen, zu leben, zu teilen, sich gemeinsam am Weg machen und diesen aktiv (mit)gestalten
  • Lernen bedeutet also ebenso möglichst enge Bezüge zu eigenen Lebensrealitäten, zur Wahrnehmung von lokalen, regionalen und globalen Strukturen bzw. zu Wegen diese zu verändern

Insofern bin ich davon überzeugt, dass Suche nach verschiedensten „Lernunterlagen“ immer ein Stück weit gemeinsam von Lehrenden und Lernenden umgesetzt werden kann. Dieses „Suchen / Analysieren / neu Sortieren / Vergleichen“ und natürlich auch das „selbst zum/zur ProduzentIn“ werden ist ein Teil eines Prozesses, der immer auch ein Stück individuell geprägt ist. Gleichzeitig sind entstehende Ergebnisse – dies können auch neue Fragen sein oder der Eindruck, dass zu einem Thema „nix zu finden“ ist – nicht nur für die unmittelbar agierende Gruppe interessant. Und: In der Vernetzung mit anderen „außenstehenden“ Gruppen können ebenso ganz neue Ideen, Ergebnisse, Projekte entstehen…

Als Ergänzung siehe meine Überlegungen unter dem Schlagwort zweinullchancen

Webinare an Hochschulen

In Vorbereitung auf unser erstes Webinar am Dienstag, möchte ich gerne ein paar Links bereitstellen, die auf Angebote von Adobe Connect an Hochschulen hinweisen.

Uni Innsbruck

Uni Wien

Uni Heidelberg

ergänzend ein Handout zu Skype & Adobe Connect im Hochschulbereich von der Uni Zürich

Das Erlernen der technischen Features braucht viel Übung. Noch viel wichtiger ist aber die methodisch-didaktische Einbettung. Es müssen Überlegungen angestellt werden, wie ein Webinar zum Beispiel möglichst interaktiv und inklusiv wird und die multimedialen Möglichkeiten genutzt werden.

Was offen in MOOCs und anderswo heißt…

Ich fand den letzten MMC13-Hangout zu den „offenen“ oder doch nicht offenen MOOCs sehr interessant.

Einige meiner Überlegungen die ich im improweise-blog dazu zuletzt machte passen hier auch gut rein also etwa die Fragen von Zugänglichkeit, Vorbildung, Möglichkeiten zum Fragen stellen & Austesten usw. – also finde ich auch die Idee von miniMOOCs sehr spannend!

In meinen Seminaren habe ich sehr viel mit Lehrenden in verschiedensten Feldern zu tun – und da geht’s dann schnell um die Frage, welche Unterlagen, Vorlagen, Bilder, Filme, Musik usw. verwendet werden dürfen.

Einige Überlegungen (die sich auch für Unternehmen und Organisationen anwenden lassen):

# Grundsätzlich meine ich, dass sich alle Bildungsinstitutionen, – egal ob öffentlich oder privat – kontinuierlich mit der Frage auseinandersetzen müssen, wer überhaupt realistischerweise Zugang zu deren Angeboten hat – hier geht es für mich um Fragen wie Zugänglichkeit zu Informationen und natürlich auch wie (intensiv / ansprechend / dialogorientiert) diese gesendet werden. Weiters geht es um Fragen der Mobilität, der Balance zu Berufsleben – Kinderbetreuung – Gestaltung von Beziehungen – anderen Interessen, der individuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (die sich ja auch während eines Bildungsangebots ändern können), der Gesundheitssituation usw.

# Weiters bin ich vom Konzept des „Gemeinwohls“ überzeugt: Es kann gerade in der heutigen Welt nicht nur ständig darum gehen, den eigenen Profit zu maximieren, wir alle tragen auch Verantwortung dafür, was sich lokal – regional – global tut oder eben nicht tut. Dazu gibt es auch Überlegungen aus den Konzepten der Corporate Social Responsibility wo es eben um Verantwortung für Umwelt, Soziales, Nachhaltigkeit im weitesten Sinn geht. Bildungsinstitutionen (bzw. wie gesagt auch Unternehmen, Organisationen, Gemeinden, Verbände….) sind Teil dieser Verantwortung, können durch Bildungsangebote (also auch MOOCs) verändern, initiieren, unterstützen, fördern, Zugänge ermöglichen, herausfordern, provozieren, konfrontieren. Dazu gehört für mich u. a. das Thema, Bildungsunterlagen zu gestalten, die für alle möglichst einfach zugänglich, die im besten Fall partizipativ gestaltet bzw. im Sinne von Crowd Funding gemeinsam finanziert werden.

# Gleichzeitig lebe auch ich von meiner Arbeit zu der auch Texte, Konzepte, Abläufe… gehören. Ich wäre not amused, wenn jemand eine Seminarunterlage von mir nimmt, alle Methoden die ich bei einem konkreten Seminar einsetzte 1:1 übernimmt, vielleicht auch noch den Titel und die Ausschreibung – aber nur seinen/ihren Namen darüberschreibt. Ja ich habe ein Recht darauf, mitentscheiden zu dürfen, wer meine Ideen, Texte usw. wie weiter verwendet und ob dies kostenfrei oder gegen einen Ausgleich in welcher Form auch immer geschieht – das Konzept der Creative Commons – Lizenzen finde ich dabei sehr ansprechend. Und: Auch ich bin in einem MOOC nicht nur „zum Spaß“ – natürlich hoffe ich u. a. darauf, dass andere mitbekommen: ah der Christian F. Freisleben hat diese und jene Angebote, ist inhaltlich und methodisch gut drauf – der würde gut in unser Bildungsprogramm passen, von dem könnten wir uns mal beraten lassen.

# Gleichzeitig möchte ich sagen „Share! Share! Share!“ – ich habe gerade auch im Netzwerk des Applied Improvisation Network und bei Treffen der Arge Forumtheater und beim Improtheaterspielen in jeder Form & Farbe soviele Geschenke bekommen: Methoden, Ideen, Vorgangsweisen. Und noch spannender: Dadurch dass ich Teile von dem wie ich tue – mache – denke – arbeite eingebracht habe und andere aus ist daraus in vieler Hinsicht etwas gemeinsames Neues entstanden, also Ideen, Konzepte usw. Auch solche, die vorher völlig undenkbar und unrealistisch schienen. Auch darum bin ich im MOOC, um zu teilen, einander zu beschenken, neue Netzwerke zu knüpfen, miteinander neue Ideen und Konzepte zu entwickeln – natürlich ebenso solche bei deren Umsetzung etwas für meinen Lebensunterhalt herausschaut und solche, die ich mache, weil ich sie mache.

 

Dieses Grundprinzip des „Teilens“, übrigens insgesamt eine wichtige Grundhaltung aus der Angewandten Improvisation, fällt nicht vom Himmel. Wichtig sind klare Vereinbarungen, Transparenz, wer was unter welchen Rahmenbedingungen einbringt, wer dafür welchen Ausgleich (auch in finanzieller Hinsicht) braucht. Wichtig ist Offenheit und Klarheit darüber, was mit finanziellen Beiträgen geschieht und welche nicht-finanzielle Beiträge es gibt (v. a. auch Zeit!). Wichtig ist weiters, dass klar über rechtliche Rahmenbedingungen gesprochen wird über das „Recht am geistigen Eigentum“ und gleichzeitig über die Möglichkeiten und Chancen, die sich durch das Grundprinzip des Teilens / Miteinander weiter“stricken“ / gemeinsam neu kreieren ergeben. Es gibt Rahmenbedingungen etwa in den Feldern Kommunikation, Weiterbildung, leichte Zugänglichkeit usw. die dies unterstützen und solche, die Fallstricke legen oder behindern. Auch hier sind wir